Mit der Abfindung laufende Kredite tilgen?

Trennt sich ein Unternehmen von Angestellten und möchte dabei einen langwierigen Rechtsstreit vermeiden, erfolgt zumeist die Zahlung einer Abfindung. Hier zahlt es sich aus, über ein gewisses Verhandlungsgeschick zu verfügen, um das Maximum herauszuholen. Doch wie verhalten sich Verbraucher, die noch mit offenen Krediten in die Arbeitslosigkeit geraten?

Wofür dürfen Arbeitnehmer die Abfindung ausgeben?

Viele Mitarbeiter gehen grundsätzlich davon aus, dass mit der Kündigung auch immer eine Abfindung verbunden ist. Dabei handelt es sich hier nach wie vor um eine freiwillige Zahlung des Arbeitgebers als eine Form Entschädigung für den Verlust der Arbeit. Eine Abfindung kommt dann ins Spiel, wenn es für das Unternehmen eigentlich gar nicht möglich ist, ohne Weiteres zu kündigen.

So lässt sich diese Zahlung auch mit einer Art Kompromiss des Abschieds verstehen. Nach einer einvernehmlichen Einigung über die Beendigung des Arbeitsverhältnisses wird ein Aufhebungsvertrag aufgesetzt und unterschrieben. Damit einher geht eine Abfindungszahlung.

Oftmals klinken sich Existenzängste mit in die Verhandlungen über die Abfindungen und den Arbeitgeberwechsel ein. Gerade wenn ein Hausdarlehen abgezahlt oder der Alleinverdiener mit der Kündigung konfrontiert wird.

Achtung: Bei einigen Krediten gibt es Klauseln, die eine Sondertilgung ausschließen oder dafür eine externe Gebühr berechnen. Hier gilt es genauestens nachzurechnen, um im Endeffekt nicht zu viel zu bezahlen.

Im Prinzip sollten Verbraucher so früh wie möglich die eigenen Fixkosten, die Einnahmen und Ausgaben realistisch kalkulieren und im Bedarfsfall eine kostengünstigere Umschuldung durch einen unverbindlichen Kreditvergleich in Betracht ziehen. So hat man zum Beispiel mit Anbietern wie smava.de die Chance, jährlich einen bis zu dreistelligen Betrag einzusparen und somit die finanzielle Lage zu entspannen.

Grundsätzlich ist es sinnvoll, Darlehen und Kredite mit viel zu hohen Zinsen p.A. durch ein günstigeres Darlehen abzulösen. Darüber hinaus empfiehlt es sich für Verbraucher, die zum Beispiel 2-3 Kleinkredite mit hohen Kosten nebeneinander herlaufen haben, diese Kosten zusammenzufassen. Das sorgt für Übersicht und spart im Endeffekt bares Geld, wenn der Wechsel zu einem günstigeren Anbieter erfolgt.

Bedeutet das Ende des Arbeitsvertrags für den Angestellten einen Neubeginn bei einer anderen Firma oder findet man sich in der Arbeitslosigkeit wieder? Auch in Besitz des noch laufenden Arbeitsvertrags, sollte man neue Kredite gründlich überdenken, um schlussendlich nicht in einer Verschuldung zu enden.

Abfindung und Arbeitslosengeld: Das ist zu beachten!

Vorsicht: Zu vorschnell sollte die Abfindung nicht in aufgelaufenen Kosten oder Kredite gesteckt werden, denn auch das Arbeitsamt kann eine Sperre von drei Monaten auferlegen. Hier geht der Blick auf die Kündigungsfristen.

Im Prinzip müssen Arbeitnehmer nicht die Befürchtung haben, dass die Abfindung direkt auf das Arbeitslosengeld angerechnet wird. Denn es gibt gar keine grundsätzliche Anrechnung. Ausschlaggebend ist die Einhaltung ordentlicher Kündigungsfristen. Andernfalls kommt es zu einem Ruhen des Arbeitslosengeldes.

Geht man nun einmal davon aus, dass der Arbeitnehmer mit der Abfindung aufgelaufene Kosten bearbeiten möchte, ist dieses ohne weiteres möglich. Oftmals gibt es die Zahlung der Abfindung bereits in dem Monat, in dem das Arbeitsverhältnis endet. Die Basis für die Berechnung der konkreten Höhe sind nicht nur das Gehalt und die Anstellungsjahre, sondern auch Urlaubsgelder, Gratifikationen und Extrazahlungen.

Höhe der Abfindung: Wie viel steht Arbeitnehmern zu?

Wobei die Höhe nochmals gesetzlich verankert ist im Paragraph 1a des Kündigungsschutzgesetzes: Der Arbeitnehmer hat das Recht auf den halben Bruttomonatsverdienst im Jahr, wenn er aufgrund betrieblicher Erfordernisse gekündigt wird und im Gegenzug nicht dagegen vorgeht. Im Zweifelsfall ist es sinnvoll, sich rechtzeitig mit einem Fachanwalt kurz zu schließen, um keine folgenschwere falsche Entscheidung zu fällen. Obendrein müssen die oben erwähnten Voraussetzungen schriftlich in der Kündigung festgehalten sein.

Wie viel Steuern auf die Abfindung zahlen?

Eine weitere Befürchtung von Verbrauchern ist das Finanzamt, das sich wie ein harter Schlag bei der Abfindung einschaltet. Schließlich wird diese Zahlung nicht wie ein Geschenk behandelt, sondern wie der normale Arbeitslohn. Seit dem Jahr 2006 werden die Abfindungen voll steuerpflichtig zum Jahresverdienste dazugerechnet, so Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler. (Quelle: welt.de) Wer sich hier vorschnell verspekuliert, kann im Endeffekt den anfallenden höheren Steuersatz nicht begleichen.

TIPP: Wobei die Fünftel-Regelung dem Steuerzahler unter die Arme greift. In diesem Fall berechnet das Finanzamt ganz normal die Einkommensteuer auf das Jahreseinkommen und verteilt die Abfindung auf die nächsten fünf Jahre.

Eine der nachhaltigen Strategien zielt vor allen Dingen auf finanzielle Anlagen ab. Auch wenn es vielleicht nicht sinnvoll ist, die gesamte Abfindung fest wegzulegen und zu sparen, so sollte doch zumindest ein Teil als finanzielle Sicherheit für schwere Zeiten zurückbleiben.

Was vor der Kündigung erledigen?

Grundsätzlich ist mit der Abfindung die Aufgabe verbunden, den zukünftigen Wegfall des Einkommens auszubalancieren und, wenn nötig, zu kompensieren. Vor dem eigentlichen Ausbleiben der Einkommenszahlungen sollte jeder Verbraucher vorab die Einnahmen und Ausgaben gegenüberstellen und neu kalkulieren.

Gerade durch den Wechsel von Krediten und das Umlegen von Versicherungen und Verpflichtungen ergibt sich ein nicht zu unterschätzendes Einsparpotenzial auf das gesamte Jahr gerechnet. Beratungsstellen, die Verbraucherzentrale und Rechtsanwälte helfen bei Fragen und Problemen mit konkreten Antworten und eröffnen neue Perspektiven.

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