Nach Kritik an Söders Corona-Politik strafversetzt

Nach seiner Kritik an Söders Corona-Politik wurde der Chef des Gesundheitsamts Aichach-Friedberg „strafversetzt“.

Wer die Corona-Politik kritisiert, muss gehen?

Corona-PolitikWie dem Münchner Merkur und einigen weiteren Pressemeldungen zu entnehmen ist, hat der Leiter des Gesundheitsamtes im Landkreis Aichach-Friedberg, Friedrich Pürner, seine Kritik an der Corona-Politik in Bayern erneuert.

Friedrich Pürner ist kein „Verschwörungstheoretiker“ oder „Corona-Leugner“. Nein, er ist Epidemiologe und Leiter eines bayrischen Gesundheitsamts. Gerede aufgrund seiner Fachkompetenz spricht er Klartext.

In einer privat organisierten Video-Pressekonferenz kritisierte er die offizielle Corona-Politik im Land Bayer als „Überdramatisierung“ der Lage. Statt einschneidender Einschränkungen im öffentlichen und privaten Leben durch die Landesregierung sollten die Bürger mehr Eigenverantwortung tragen. Dazu gehört beispielsweise, dass die Bürger selbst entscheiden, ob sie in der Öffentlichkeit eine Maske tragen.

Bereits am 19. Oktober 2020 sagte Friedrich Pürner in einem Interview:

„Ja, die Zahlen steigen. Aber wir rechnen nur mit der Summe der positiv Getesteten, über die Erkrankten wissen wir nichts. Würde die Zahl der Schwerkranken signifikant steigen, müssten wir etwas unternehmen. Aber gehandelt wird derzeit nur, weil wir lediglich positive Befunde haben. Entscheidend für uns Epidemiologen ist: Wie krankmachend ist eine Erkrankung? Covid-19 ist eine Infektion. Es wird immer Menschen geben, die daran sterben oder krank werden. Auch Folgeschäden sind derzeit nicht ausgeschlossen. Vor allem Ältere und Menschen mit Vorerkrankungen sind Risikogruppen. Allgemein ist das Risiko, an Corona schwer zu erkranken, relativ gering, daran zu sterben auch. Das ist nicht Ebola.“

Zum Vergleich:

Die gesamte Rate der grippeähnlichen Erkrankungen („Gesamt-ILI-Rate“) in der Bunderepublik ist

„seit der 36. KW 2020 von 0,7 % auf 0,3 % gesunken. Das entspricht einem Niveau, das bei GrippeWeb in den Vorjahren maximal im Hochsommer und/oder Sommerferienzeiten beobachtet wurde.“ (RKI Grippe Web-Wochenbericht 43. KW)

Was kritisiert Pürner und wie begründet er das?

Friedrich Pürner hält nach eigenen Aussagen nichts von Masken an Grundschulen, weil die Schutzwirkung „nicht nachgewiesen“ sei. Auch die Inzidenzen von 35 und 50 pro 100.000 Einwohner seien „willkürlich“ festgelegt. Denn völlig unberücksichtigt bleibe, wie viele Infizierte tatsächlich auch erkranken.

Ausdrücklich betont der Arzt, dass er von Corona-Leugnern nichts halte. Er lasse sich aber auch nicht instrumentalisieren. Mehrere Ärzte sollen sich laut Merkur mit ihm solidarisiert haben.

Die Maßregel Pürners folgte auf dem Fuße. Er wurde an das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) abgeordnet. Er selbst sieht in dem Schritt eine Strafversetzung.

Den gesamten Sachverhalt finden Sie dokumentiert auf merkur.de

Natürlich gibt es für Beamte bestimmte Rechte, aber auch Pflichten gegenüber dem „Dienstherrn“. Hätte  Friedrich Pürner diese verletzt, hätte es sicher disziplinare Folgen gegeben. Wenn er ohne Disziplinarmaßnahmen versetzt wurde, hat das ein gewisses Gschmäckle, wie man in Schwaben so sagt.

 

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Thomas Schulze
 

Ich helfe allen, denen eine Kündigung droht, ihre Möglichkeiten für eine (höhere) Abfindung nach Steuern besser und leichter auszunutzen, auch wenn solche Gestaltungsmöglichkeiten seit Jahren immer mehr eingeschränkt wurden.

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