Abfindung ist zu versteuern!

Abfindung ist zu versteuern

QR-CodeIhre Abfindung ist zu versteuern – aber wie? Warum ist eine Abfindung für den Fiskus ein tolles Geschäft? Welche Chancen bleiben Ihnen dennoch, um wenigstens einen Teil Ihres Geldes der Abfindung steuerbegünstigt zu erhalten?

Wer eine Abfindung erhält, fragt sich immer sorgenvoll:

  • muss ich wirklich meine gesamte Abfindung versteuern?
  • wieviel Steuern werden mir abgezogen?
  • wie behalte ich mehr Geld nach Steuern von der Abfindung?

Antwort auf diese Fragen erhalten Sie auf dieser Seite!

Ist meine gesamte Abfindung zu versteuern?

Ja! Ihre Abfindung versteuern, bedeutet für Sie: Die gesamte Abfindung ist zu versteuern – bis auf den letzten Cent! Steuerliche Freibeträge gibt es seit 2006 nicht mehr. Bis dahin gab es noch gestaffelt Freibeträge, die aber seit Ende der 90er Jahre schrittweise per Gesetz reduziert wurden.

Wie ist die Abfindung zu versteuern?

Grundsätzlich ist Ihre Abfindung ganz „normal“ nach Einkommensteuergesetz (EStG § 19) zu versteuern, ganz so wie „Gehälter, Löhne, Gratifikationen, Tantiemen und andere Bezüge und Vorteile für eine Beschäftigung im öffentlichen oder privaten Dienst“ und ohne jede Steuerermäßigung. Es werden also Ihr steuerpflichtiger Lohn oder Ihr steuerpflichtiges Gehalt sowie die Abfindung addiert und auf die Summe die Steuern berechnet.

Die Steuern auf die Abfindung sind bei der Auszahlung auch gleich einzubehalten.

„Abfindungen zählen zu den einkommensteuerpflichtigen Einkünften. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, die auf den Abfindungsbetrag entfallenden Steuern einzubehalten, da es sich bei der Abfindungszahlung um Arbeitslohn i. S. d. § 38 Abs. 1 Abs. 3 Satz 1 EStG handelt (Anschluss an BFH, Beschluss v. 12.12.2011 – IX B 3/11; BAG, Urteil v. 21.11.1985 – 2 AZR 6/85).“ (LAG Hamm, Urteil vom 30.01.2015, 18 Sa 984/14 – Leitsatz)

Pressemitteilung
Steuern fressen Abfindung – und das Beispiel Nonnenmacher

Dadurch, dass Sie Ihre Abfindung voll und ganz zu versteuern haben, verdient der Fiskus an Ihrer Abfindung kräftig mit.

So viel Geld bleibt Ihnen von Ihrer Abfindung ab 01.01.2017 nach Steuern:

zu versteuerndes laufendes Einkommen z. B.:
80.000 Euro
darauf Steuern:*
17.532 Euro
zu versteuernde Abfindung z. B.:
50.000 Euro
Summe:
130.000 Euro
darauf Steuern:*
37.648 Euro
Gesamteinkommen nach Steuern incl. Solidaritätszuschlag: 
90.281 Euro

*Einkommensteuer laut Splittingtabelle ab 2017 zzgl. 5,5 % Solidaritätszuschlag ohne Kirchensteuer.

Steuern fressen Abfindung

Plötzlich zahlen Sie fast soviel Steuern, wie Sie an Abfindung erhalten! Falls Sie kirchensteuerpflichtig sind, müssen Sie 8 oder 9 % Kirchensteuer von der Lohnsteuer bzw. Einkommensteuer zusätzlich einkalkulieren. Das wären in unserem Beispiel bei 9 % Kirchensteuer dann insgesamt 41.165 EUR Steuern! Schöne Bescherung!

Was fällt Ihnen dazu ein?

 

Welch tolles Geschäft so eine Abfindung für den Fiskus ist, lässt sich an folgendem – wenn auch nicht ganz aktuellem – Beispiel noch deutlicher erkennen:

„Der Autohersteller DaimlerChrysler will einem Zeitungsbericht zufolge in seinem Komponentenwerk Stuttgart-Untertürkheim erneut Stellen abbauen. An dem zweitgrößten deutschen Standort sollen bis zu 750 Beschäftigte mit Abfindungen zum freiwilligen Ausscheiden bewegt werden, wie die ‚Stuttgarter Nachrichten‘ unter Berufung auf den Betriebsrat berichten … Die Regelungen sähen für jeden Beschäftigten Abfindungen von bis zu 250.000 Euro vor.“ (WELT, 28.05.2007)

Wollen Sie einmal anhand des Beispiels in der Tabelle kalkulieren? 750 Abfindungen x nehmen wir an 200.000 EUR x 50 % Steuern = 75.000.000 EUR! 75 Millionen EUR Steuereinnahmen für den Fiskus dafür, dass DaimlerChrysler Mitarbeiter entlässt – ist das ein tolles Geschäft? Und darauf sollte der Fiskus verzichten? Wollen Sie soviel Enthaltsamkeit erwarten?

Gibt es denn nicht wenigstens eine Steuerermäßigung auf die Abfindung?

Doch eine Steuerermäßigung auf die Abfindung kann es geben. Unter bestimmten Voraussetzungen werden Abfindungen als Entschädigungen nach der sogenannten „Fünftelregelung“ versteuert. Das heißt: Nicht jede Abfindung kann ermäßigt versteuert werden. Vielmehr müssen ganz bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein: Die Abfindung muss (kurz gesagt) eine Entschädigung für entgehende Einnahmen sein und es muss infolge der Abfindung zu einer „Zusammenballung von Einkünften kommen.

Wer berechnet die Steuern auf die Abfindung?

Diese Dienstleistung ist dem „Arbeitgeber“ per Gesetz übertragen. Die Finanzverwaltung verlangt also, dass nach der jeweiligen Steuerformel der „Arbeitgeber“ (= die Lohnbuchaltung) berechnen, wie Ihre Abfindung zu versteuern ist. Dann muss der „Arbeitgeber“ dafür auch gleich die Steuern überweisen – ehe Sie auch nur einen Cent von der Abfindung gesehen haben.

Aus meiner jahrelangen Erfahrung weiß ich, dass es selbst in Großunternehmen dazu öfter Unsicherheiten und gar Fehler gibt. Diese können für die Betroffenen zu erheblichen Nachteilen (siehe Beispiel) führen. Deshalb ist jedem nur zu empfehlen, sich vor Auszahlung der Abfindung in der Buchhaltung die Steuerberechnung erklären zu lassen und Zweifelsfragen zu klären.

Wie können Sie prüfen, wieviel Steuern auf die Abfindung anfallen?

  1. Lassen Sie sich die Steuerberechnung auf die Abfindung möglichst in der Buchhaltung vor Auszahlung der Abfindung erklären und fragen Sie nach, wenn Sie das Ergebnis nicht verstehen.
  2. Prüfen Sie gegebenenfalls selbst, indem Sie Ihre Werte in einen „Abfindungsrechner“ eingeben, wovon es im Internet mehrere kostenfrei gibt. Beachten Sie dabei, dass die Ergebnisse durchaus unterschiedlich sein können. Das hängt davon ab, welche Werte Sie eingeben (müssen), und ob dabei beispielsweise auch ein „Fünftelregelung-Check“ vorgenommen wird.
  3. Natürlich können Sie dafür auch ein Steuerprogramm oder die Hilfe eines Steuerberaters/Lohnsteuerhlfevereins nutzen oder eine Gratis-Beispielkalkulation mit Ihren Zahlen anfordern.
  4. Sollten Sie trotz aller Bemühungen nicht mit dem Steuerabzug einverstanden sein – keine Sorge: Im Ergebnis Ihrer Steuererklärung für das Kalenderjahr, in dem Sie die Abfindung ausgezahlt bekommen haben, wird im Steuerbescheid die Steuerbelastung endgültig festgesetzt. Zuviel abgezogene Steuern werden erstattet – zu wenig gezahlte Steuern müssen Sie nachzahlen.
Zur Kalkulation Ihrer Steuerbelastung: Wenn Sie mit Ihren eigenen Zahlen kalkulieren wollen, wie Ihre Entlassungsabfindung versteuert wird, laden Sie einfach gleich eine Excel-Tabelle (Abfindungsrechner ab 2017) auf Ihren Computer. – Ja, den Abfindungsrechner 2017 will ich sofort haben! 😉

Wie behalte ich mehr Geld nach Steuern von der Abfindung?

Bevor Sie nun die 3 legalen Wege prüfen, mit denen Sie trotz Steuerlast mehr Geld aus Ihrer Abfindung herausholen können, hier für Sie noch 4 Fragen, die immer wieder auftauchen, wenn Sie sich bewusst geworden sind: Ihre Abfindung ist zu versteuern! Wenn Sie die Antworten darauf kennen, können Sie Zeit sparen und Fehler vermeiden, die noch mehr Geld kosten.

1. Weg: Vielleicht haben Sie schon einmal etwas von Steuerfreibeträgen auf Abfindungen gehört: Gibt es denn für mich keine Steuerfreibeträge auf Abfindungen.



Einkommensteuererklärung für Rentner und Pensionäre

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26 comments for “Abfindung ist zu versteuern!

  1. KEKI V.
    29. Mai 2017 at 13:05

    Hallo Herr Schulte, mein Mann würde Ende Februar zum 31.5. gekündigt. Er wird jetzt einen Monat arbeitslos sein und ab 01.07. eine neue Beschäftigung mit etwas höheren Gehalt aufnehmen. Die vereinbarte Abfindung wurde mit der Mai Abrechnung ausgezahlt und in soweit direkt mit Abzügen belegt, dass ca. noch 50% der Abfindung übrig geblieben sind. Da ich die Abfindung ja dann auch in der Steuererklärung angeben muss, Frage ich mich, ob es da noch zu einer Nachbesteuerung kommen kann, da man Mann 1. einen Monat arbeitslos ist und 2. einen Anschlussjob mit etwas höheren Gehalt aufnimmt.

    • 29. Mai 2017 at 13:27

      Hallo,
      ja, auch nach der Auszahlung der Abfindung gibt es noch Möglichkeiten, die Steuerbelastung zu senken. Sie haben dazu bis zum Jahresende Zeit. Deshalb sollten Sie rechtzeitig vor dem Jahresende die verbleibenden Möglichkeiten prüfen und Ihre Steuerbelastung optimieren.
      Freundliche Grüße
      Thomas Schulze

  2. Bernd H.
    18. Februar 2017 at 20:16

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    mir wurde im Rahmen einer Massenentlassung zum 30.06.2017 gekündigt. Zu diesem Zeitpunkt soll auch die Abfindung ausgezahlt werden. Meine Frage dazu lautet: Welches Jahresgehalt wird zu Berechnung der Einkommenssteuer hinzu gezogen? Jahresgehalt 2016 ? Gehalt Januar- Juni 2017? Oder wird das Jahresgehalt 2017 aufgrund der Einkünfte bis zu 30.06.2017 hochgerechnet?

    Vielen Dank im vorab!

    VG

    Bernd H.

    • 18. Februar 2017 at 21:07

      Sehr geehrter herr H.,

      wie die Steuerrechnung erfolgen sollte, können Sie auf https://www.abfindunginfo.de/abfindungsauszahlung-kann-steuerwirksam-gestaltet-werden nachvollziehen. Wie in Ihrer Lohnbuchhaltung gerechnet wird, kann allerdings sehr davon abweichen. Ich habe da schon die überraschendsten Ergebnisse gesehen. Am besten Sie lassen sich die Berechnung dort erklären. Eventuell können Sie Ihre Zweifel anmelden und verhandeln. Im ungünstigsten Fall ergeben sich im Ergebnis des Steuerbescheids für 2017 dann in 2018 größere Erstattungen oder Nachzahlungen.

      Toi, toi, toi

      Thomas Schulze

  3. Thomas B.
    17. Januar 2017 at 17:55

    Hallo,
    ich habe jetzt im Januar meine Abfindung erhalten. Laut Aufhebungsvertrag war vereinbart, dass das Beschäftigungsverhältnis zum 31.12.2016 endet und die Abfindung am 11. Arbeitstag nach Beendigung ausgezahlt wird. Dies ist auch geschehen. Allerdings wurde die Abfindung in die Dezemberabrechnung genommen und dort versteuert. Ich hatte vorher extra daraufhingewiesen die Abfindung ja erst 2017 zu bekommen, da ich in 2017 erst arbeitslos bin und durch eine existenzgründung in 2017 Verluste gegenrechnen kann.
    Kann ich hier den Arbeitgeber zu einer Änderung zwingen? Es gilt ja das Zuflussprinzip und er hätte eine Januarabrechnung machen müssen und die Lohnsteuerklasse 6 hernehmen müssen oder?

    Vielen Dank!

    • 17. Januar 2017 at 19:50

      Hallo,

      wie Sie ja wissen, gilt für die Steuerberechnung beim Steuerpflichtigen das Zuflussprinzip (§ 11 EStG). Wenn die Abfindung Ihnen wie vereinbart erst im Januar zugeflossen ist, dürfte das Problem leicht zu klären sein. Bei der Steuererklärung für 2017 wird die Abfindung ausgewiesen und berechnet – die vom Arbeitgeber bereits 2016 abgezogene Steuer wird im Ergebnis des Steuerbescheids für 2016 erstattet.
      Siehe auch http://www.abfindunginfo.de/steuer-auf-abfindung-zum-jahresanfang-berechnen

  4. REHBOCK
    11. Januar 2017 at 17:57

    Hallo Herr Schulze

    vor dem LAG ist über einen Vergleich im 09 2016 festgelegt worden das die Kündigung mit Wirkung zum 31.12.2015 sich entfaltet und zum 01.11.16 eine 5 stellige Abfindung „brutto“ zu zahlen ist.
    Seit dem 08 2016 ( nach 7 Monaten Arbeitslosigkeit) habe ich neue Arbeit angenommen.

    Der ehemaliger Arbeitgeber hat dies zum Anlass genommen -ohne- jegliche Rücksprache die Auszahlungssumme nach Steuerklasse 6 zu behandeln und eben nicht brutto zur Zahlung zu stellen.

    ist das so richtig ?
    Ich hatte keine Gelegenheit den Hauptarbeitgeber zu bestimmen, und es besteht seit dem 31.12.2015 kein Arbeitsvertrag und ich war seit dem 01.01.16 bis Arbeisaufnahme im August -arbeitslos- und Empfänger von Arbeltslosengeld.

    würde mich freuen Ihre geschätzte Meinung zu erfahren;-)

    • 11. Januar 2017 at 21:02

      Hallo,

      grundsätzlich ist der Arbeitgeber verpflichtet, vom Lohn und von der Abfindung die Steuern einzubehalten und an das Finanzamt abzuführen – siehe auch hier.

      Dafür hat er die elektonischen Lohnsteuerabzugsmerkmale abzurufen. Für die Aktualität dieser Angaben ist der Arbeitnehmer verantwortlich. Insofern scheint mir, dass der Arbeitgeber formal richtig gehandelt hat.

      Dass im Urteil festgelegt ist, die Abfindung „brutto“ zu zahlen, bezieht sich meiner Ansicht nach nur auf die Höhe der Abfindung, nicht auf den Auszahlungsbetrag. Denn das würde im Grunde dem gesetzlichen Lohnsteuerabzugsverfahren widerspechen.

      Nur wenn der Arbeitgeber – warum auch immer – die Abfindung wirklich brutto ausgezahlt hätte, wäre der Arbeitnehmer verpflichtet die Steuern selbst abzuführen. Ungeachtet dessen haftet immer der Arbeitnehmer für die Steuern.

      Das ist keine Rechtsberatung, sondern nur meine Sicht der Dinge. Ein Fachanwalt wird möglicherweise nach Kenntnis der konkreten Verträge zu einem anderen Schluss kommen.

      Thomas Schulze

  5. Detlef Schaefers
    11. Januar 2017 at 11:37

    Sehr geehrter Herr Schulze,

    auf Ihrer Seite ist fast alles enthalten, aber ich habe trotzdem eine Frage zur steuerlichen Seite der Abfindung. In meinem Fall habe ich 2015 mit meinem Ex Arbeitgeber eine Abfindung vor Gericht vereinbart und einen verlängerte Kündigungszeit bis Juni 2016. Da ich bereits im Januar 16 einenn neuen Job hatte, wurde die letzten 6 Monate auf meine Abfindung gerechnet. Die Steuererklärung 2015 war auch soweit im Juni 2016 erledigt. Jetzt bekam ich eine dicke Steuernachzahlung, da angeblich die 6 Monate Gehalt von „2016“ nicht als Abfindung hätten versteuert werden dürfen. Jetzt wurde „Lohnsteuer 2016“ bereits für die Einkommensteuer 2015 berechnet. Diese Ist dies korrekt?
    Können Sie mir einen Tipp geben?

    • 11. Januar 2017 at 21:19

      Bitte haben Sie Verständnis, dass ich nicht einschätzen kann, ob die Forderung des Finanzamtes gerechtfertigt ist.

      Grundsätzlich gehören Abfindungen zum steuerpflichtigen Arbeitslohn, wie auf dieser Seite kurz beschrieben.

      Ob die Abfindung gemäß § 34 ermäßigt versteuert werden kann, richtet sich danach, ob die Zahlung eine Entschädigung ist und die Bedingungen für eine „Zusammenballung von Einkünften“ erfüllt sind. Und dafür ist nicht entscheidend, wie Arbeitgeber und Arbeitnehmer die Zahlungen bezeichnet haben, sondern ob es sich nach den rechtlichen Verhältnissen um erdiente Leistungen (Lohn/Gehalt) oder Entschädigungen für wegfallende Einnahmen handelt.

      Genau das lässt sich aber aus Ihren Angaben hier nicht zweifelsfrei entnehmen. Ein guter Steuerberater/Fachanwalt für Steuerrecht wäre da sicher der richtige Ansprechpartner.

  6. Ilse Jacobs-Koch
    7. Januar 2017 at 13:54

    Guten Tag Herr Schulze,
    ich bekomme im Januar 2017 (Ende Arbeitsverhältnis 12/2016) die Abfindung ausgezahlt. Ich bin ab 01.01.2017 arbeitslos. Evtl. kann ich ab 01.02. freiberuflich arbeiten wo ich evtl. Einnahmen in Höhe von ca. 2.000 pro Monat habe. Der Arbeitgeber hat mich informiert, dass er die Fünftel-Regelung nicht anwenden kann. Ist das zulässig? Ich möchte, dass die Fünftel-Regelung angewandt wird.
    Über eine kurzfristige Rückmeldung wäre ich dankbar. Vielen Dank. IJK

    • 10. Januar 2017 at 13:14

      Ob die Fünftelregelung angewendet wird, hängt einerseits davon ab, ob eine „Zusammenballung von Einkünften“ vorliegt.

      Darüber hinaus gibt es gerade am Jahresanfang oft Unsicherheit in der Lohnbuchhaltung, wie denn zu rechnen wäre. In Beiträgen wie beispielsweise hier habe ich das Problem erklärt. Vielleicht hilft das beim Verständis.

      Wenn bei der Auszahlung der Abfindung die Fünftelregelung nicht angewendet wird, ist noch nicht alles verloren. Mit der Einkommensteuererklärung wird das Finanzamt gegebenenfalls eine Korrektur vornehmen.

      Thomas Schulze

  7. Maya
    11. Dezember 2016 at 14:16

    Hallo Thomas, vielen Dank für die Infos auf der Webseite. Vielleicht können Sie mir noch mit einer speziellen Frage helfen: Gilt die Arbeitsagentur in ELSTAM als Hauptarbeitgeber? Konkret beziehe ich ALG1 und möchte dass meine Abfindung in Steuerklasse 3 ausgezahlt wird, mein AG würde das auch so eintragen – dadurch würde die Agentur aber falls sie als Arbeitgeber zählt auf Klasse 6 / Nebenarbeitgeber gestuft – und da ist die Frage ob das überhaupt möglich ist. Haben Sie da Erfahrung? Vielen Dank Maya

  8. FJ
    2. November 2016 at 23:30

    Hallo Herr Schulze,

    Ihre Website ist sehr informativ. Danke sehr.
    Ich habe eine konkrete Frage.
    Mein Arbeitgeber möchte das Arbeitsverhältnis zum 30.09.2017 beenden und mir eine Abfindung bezahlen. Anschliessend bin ich arbeitslos.
    Ist es möglich sich die Abfindung erst im Januar 2018 unter Anwendung der Fünftelregelung auszahlen zu lassen?

    Vielen Dank und beste Grüße
    FJ

  9. SJ
    20. Mai 2016 at 22:45

    Guten Abend Herr Schulze,

    ich bin bei der Suche zum Thema Abfindung auf Ihrer Seite gelandet. Vielen Dank für die vielen hilfreichen Infos!

    Nun zu meiner Frage. Mein Arbeitsverhältnis wird aufgrund einer Vermeidung einer betriebsbedingten Kündigung einvernehmlich im Zuge eines Aufhebungsvertrags beendet.
    Ich denke ich habe eine gute Summe ausgehandelt.
    Allerdings hat mich im mir jetzt vorliegenden Aufhebungsvertrag, welchen ich noch nicht unterschrieben habe, die Formulierung “ Anfallende Steuern
    sind von der Arbeitnehmerin zu zahlen.“ etwas stutzig gemacht.
    Ist diese Formulierung zulässig bzw. muss ich die Abfindung tatsächlich selbst versteuern und nicht der Arbeitgeber im Zuge der Auszahlung?
    Wie wird versteuert? „Normal“ (habe Steuerklasse V) oder mit der Fünftelregelung?

    Ich muss dazu sagen, dass ich dieses Jahr, da ich momentan bis zum Vertragsende in Elternzeit bin, aktuell keine weiteren Einkünfte habe. Wäre ja an sich super bzgl. der zu leistenden Steuern….allerdings bin ich mit meinem Mann zusammenveranlagt und in Summe (sein Verdienst plus meine Abfindung) haben wir dann den Spitzensteuersatz. Kann in diesem Fall eine getrennte Veranlagung zu einer Steuerersparnis führen bzw. Sinn machen?
    Wie würde es aussehen, wenn ich zusätzlich noch im gleichen Jahr Arbeitslosengeld beziehen würde? Würde dies die Steuerlast nochmals erhöhen oder würde dies gar keine Auswirkung haben?

    Können Sie mir die Fragen evtl. beantworten?
    Vielen Dank schon mal vorab!

    • 21. Mai 2016 at 11:37

      Hallo,

      vielen Dank für Ihre vertrauensvolle Anfrage.

      1. „Anfallende Steuern sind von der Arbeitnehmerin zu zahlen.“ – Einkommensteuerpflichtig sind wir immer selbst. Das ist bei einer Abfindung nicht anders als bei Lohn und Gehalt. Auch wenn die Steuern jeweils gleich von unserem Gehalt oder unserer Abfindung abgezogen werden, mindern sie doch unser Brutto. Das heißt, wir tragen die Steuerlast, nicht der „Arbeitgeber“. Wenn die Abfindungssumme laut Aufhebungsvertrag eine Nettosumme sein soll, muss dies extra vereinbart werden – siehe auch http://www.abfindunginfo.de/bruttoabfindung-nettoabfindung.

      2. Auch wenn die Steuern von der Abfindung gleich vom „Arbeitgeber“ gemäß ELStAM-Daten abgezogen werden, können sich doch letztendlich Abweichungen (z. B. aufgrund der Steuerveranlagung, höherer Werbungskosten usw.) ergeben, die im Ergebnis des Steuerbescheids zu einer Nachzahlung oder Erstattung führen. So wie die Abfindungsempfänger in den Genuss der Erstattung kommen, müssen sie umgekehrt auch die Nachzahlung tragen. Eine Nachzahlung geht also nicht zulasten des „Arbeitgebers“.

      3. Abgesehen von der Steuerpflicht der Abfindungsempfänger ist bei Abfindungen wie bei Lohn und Gehalt der „Arbeitgeber“ zum Einbehalt der Steuern bei Auszahlung der Abfindung verpflichtet. Sollten die Steuern nicht oder nicht richtig einbehalten worden sein, muss die Folgen jedoch in der Regel der Steuerpflichtige (siehe 1. und 2.) tragen.

      4. Elterngeld und Arbeitslosengeld sind steuerfrei mit Progressionsvorbehalt.

      Wieviel Steuern also auf Ihre Abfindung anfallen und wie Sie diese möglicherweise durch eine clevere Steuergestaltung mindern können, lässt sich hier nicht einschätzen. Dies wäre anhand Ihrer Daten genauer zu kalkulieren. In meinen Videos und auf abfindunginfo.de erhalten Sie dazu zahlreiche Tipps. Gern helfe ich Ihnen auch dazu noch weiter.

      Freundliche Grüße

      Thomas Schulze

  10. Mandy
    9. Mai 2016 at 15:22

    Hallo haben mal eine Frage mein Mann bekommt nur Krankengeld derzeit. Ist zum 30.4 betriebsbedingt gekündigt und bekommt eine Abfindung von 2300€ was bleibt davon übrig und zu wann muss AG dies zahlen.

    • 9. Mai 2016 at 16:22

      Hallo, wenn in diesem Jahr außer der Abfindung in Höhe von 2.300 € nur Krankengeld gezahlt wurde, würde keine Einkommensteuer anfallen. Wenn jedoch im Laufe des Jahres dann wieder Lohn und Gehalt fließt und wenn Du selbst Lohn oder Gehalt bekommst und Ihr zusammenveranlagt seid, würde auch Einkommensteuer (eventuell als Nachzahlung) anfallen.

      Die Abfindung ist frühestens zum Ende des Arbeitsverhältnisses (30.04.) zu zahlen, oder zu einem vereinabrten späteren Zeitpunkt.

      Freundliche Grüße

      Thomas Schulze

  11. Rene
    28. Januar 2016 at 12:49

    Hallo Herr Schulze,

    meine Frau erhält dieses Jahr eine Abfindung, weil Ihr Betrieb schließt. Sie ist momentan in Elternzeit und erhält außer Kinder- und Elterngeld kein Einkommen. Ich selber beziehe ALG I. Ihr Steuerrechner teilt mir eine Steuerlast von 0€ mit, was ich allerdings nicht glauben kann.

    Habe ich falsch gerechnet, oder ist dem wirklich so, dass bei steuerfreien Bezügen die Abfindung auch steuerfrei ist?

    • 28. Januar 2016 at 16:05

      Hallo Rene,

      das Elterngeld und das ALG I gehören zu den steuerfreien Einkünften mit Progressionsvorbehalt. Dadurch kommt es nur zu einer Steuerbelastung auf diese Einkünfte, wenn das normale zu versteuernde Einkommen so hoch ist, dass darauf Steuern anfallen. Das ist aber bei Ihnen nicht der Fall, weil Sie keine solchen Einkünfte angegeben haben.
      Die Steuern auf die Abfindung sind getrennt davon zu ermitteln. Ob dafür auch keine Steuern anfallen, hängt von der Höhe der Abfindung ab. Wenn Sie wollen, kann ich ja mal nachrechnen. Dann müssten Sie dazu auf abfindunginfo.de eine Beispielkalkulation mit Ihren Zahlen anfordern.

      Freundliche Grüße

      Thomas Schulze

  12. KAYA
    21. April 2015 at 23:55

    Guten Abend, Herr Schulze,

    danke für die aufschlussreichen Ausführungen!

    Mir ist da noch eine Möglichkeit eingefallen, eine (n Teil einer) Abfindung nützlich zu verwerten. Vielleicht funktioniert das?

    Der Ansatzpunkt sind die einkommenstuer-mindernden Zahlungen in eine Pensionskasse.

    Der steuerlich höchstmöglichen Betrag (ohne Sozialabgaben) war für 2014 ca. 4.600 €, wenn ich das korrekt übersehe.

    Zwar wird die Pensionskasse nachgelagert besteuert, jedoch zu einem geringeren Steuersatz. Der Betrag, den ich jetzt einzahle, wird von meinem derzeit zu versteuernden Jahreseinkommen abgezogen.

    Folglich – wenn ich das richtig sehe? (und mein Ex-Arbeitgeber sich einverstanden erklärt) – könnte ich von der Gesamtabfindung diese 4.600 € als Pensionskassenbeitrag zahlen und damit meine Jahressteuerzahlung verringern, meine Pension ein klein wenig erhöhen und dann nur den Rest der Abfindung „normal“ versteuern.

    Was meinen Sie dazu? Oder habe ich einen steuer-laienhaften Denkfehler dabei gemacht?

    Viele Grüße von
    KAYA

  13. 14. Dezember 2014 at 08:18

    Ich möchte mich auch auf diesem Wege nochmals recht herzlich für Ihre herausragende Unterstützung bedanken. Vielen Dank für Ihre Zeit und Geduld die Sie aufgebracht haben um mir die doch komplexe Thematik zu erklären und mir den für mich optimalen „Steuerweg“ aufzuzeigen.

    Sie haben eine herausragende Webseite rund um die Abfindungsthematik geschaffen.

    Vielen Dank noch einmal,

    Ulrich W.

    • 14. Dezember 2014 at 08:21

      Hallo Ulrich,

      vielen Dank für Ihren Kommentar. Wenn ich Ihnen damit echt helfen konnte, freue ich mich sehr darüber. Und ich würde mich auch freuen, Ihnen weiterhin noch helfen zu können bei allen Fragen umn Abfindung und Steuern.

      Viel Erfolg weiterhin

      Thomas Schulze

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