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Abfindung umwandeln in Direktversicherung

Abfindung umwandeln in Direktversicherung

QR-CodeAbfindung oder Teile von Abfindungen können in eine Direktversicherung oder andere Leistungen der betrieblichen Altersvorsorge umgewandelt werden. Solche Vorsorgeleistungen können ebenfalls nach der 1/5-Regelung steuerbegünstigt sein.

Altersvorsorge mit Direktversicherung aus Abfindung

BAV Direktversicherung

Quelle: © Style-Photography

Jeder Arbeitsplatzverlust ist auch für die staatlichen Kassen mit einem Risiko verbunden. Vielleicht können Sie im Moment wegen einer solchen Aussage nur „finster lächeln“, weil sich Ihrer Meinung nach „der Staat“ so gut wie nicht um Ihren Arbeitsplatz gekümmert hat. Von „Arbeit für alle“ und „Vollbeschäftigung“ schon gar nicht zu reden.

Doch im Zusammenhang mit großen Entlassungswellen ist zumindest immer mal wieder etwas von der staatlichen „Fürsorge“ zu spüren. Dabei geht es allerdings nicht zuerst um Sie – sondern um die „eigenen“, die staatlichen Kassen: Wenn Sie nämlich kein Geld verdienen, zahlen Sie nicht in die Rentenkasse ein und beanspruchen früher oder später staatliche Sozialleistungen. Darin sehen Regierung und Parlament ein Risiko.

Deshalb wurde die Möglichkeit geschaffen, zumindest Teile der Abfindung in Beiträge an Pensionskassen, Pensionsfonds, Direktzusage/Pensionszusage oder Direktversicherungen umzuwandeln. Damit würden Sie etwas für Ihre Rente tun und weniger Hilfe vom Staat beanspruchen – wenn es sich denn für Sie lohnt.

Denn Sie ahnen ja auch, dass Sie monatlich nicht soviel Rente bekommen, wie bis dahin Arbeitseinkommen. Um diese Rentenlücke kalkulieren zu können, bietet sich ein kleines Berechnungs-Programm an.

Wieviel Sie zur Deckung dieser Rentenlücke von Ihrer Abfindung für Ihre Zukunftsvorsorge zurücklegen können, das hängt von einer „Vervielfältigungsregelung“ ab.

Was heißt „Vervielfältigungsregelung“ bei Direktversicherung?

„Vervielfältigungsregelung“ heißt: Ein gesetzlich festgeschriebener Betrag gem. Einkommensteuergesetz § 40b („Aufstockungsbetrag“) wird vervielfältigt mit der Dauer Ihrer Betriebszugehörigkeit. Dieser gesetzliche „Vervielfältigungsbetrag“ wiederum hängt vom Versicherungsbeginn ab.

Wer noch von einem „Altvertrag“ profitieren kann, d.h. vor dem 31.12.2004 z.B. in eine Direktversicherung einzahlte, der kann von seiner Abfindung für jedes Jahr der Betriebszugehörigkeit (bis auf das Entlassungsjahr und die 6 Jahre davor) 1.752 Euro auf einen Schlag einzahlen und muss dafür pauschal nur 20 % Lohnsteuer (zzgl. 5,5 % Solidaritätszuschlag) zahlen. 20 % Steuern klingt zwar viel, doch die „Vervielfältigung“ durch die Jahre der Betriebszugehörigkeit macht schon ein schönes Sümmchen aus.

Dazu folgendes Beispiel:

Betriebszugehörigkeit = 16 Jahre x 1.752 Euro = 28.032 Euro abzüglich der pauschalierten Beiträge, die Sie im Jahr des Ausscheidens und den sechs vorangegangenen Jahren gezahlt haben. Haben Sie in den Jahren 0 Euro gezahlt, dann wird eben nichts abgezogen. Mit der Vervielfältigungsregelung können also 28.032 Euro von der Abfindung sofort umgewandelt werden.

Betriebszugehörigkeit = 16 Jahre, doch kein „Altvertrag“: dann können ab 2005 je Kalenderjahr 1.800 Euro steuerfrei zurückgelegt werden. Steuerfrei ist besser als 20 % Steuern und ist nun schon beispielsweise für 13 Jahre möglich.

Steuervorteil der Direktversicherung bei Abfindung

Zum Vergleich nochmals als Tabelle:

nur 1/5-Regelung
1/5-Regelung mit „Altvertrag“
1/5-Regelung ab 2005
laufendes Einkommen
80.000 Euro
80.000 Euro
80.000 Euro
Abfindung
50.000 Euro
21.968 Euro
26.600 Euro
davon Umwandlung in Direktversicherung
28.032 Euro
23.400 Euro
Steuern* auf Abfindung nach 1/5-Regelung
37.929 Euro
26.884 Euro
27.192 Euro
pauschale Steuer* auf
Direktversicherung
5.914 Euro
Gesamt-Steuerbelastung
37.929 Euro
32.798 Euro
27.192 Euro

* Einkommensteuer laut Splittingtabelle ab 2017 zzgl. 5,5 % Solidaritätszuschlag ohne Kirchensteuer – Wenn Sie mit Ihren eigenen Zahlen kalkulieren wollen, wie Ihre Entlassungsabfindung versteuert wird: zur Grobkalkulation Ihrer Steuerbelastung laden Sie einfach eine Excel-Tabelle (Abfindungsrechner) auf Ihren Computer. – Ja, die will ich sofort haben! 😉

Ihr Gewinn durch die „Vervielfältigungsregelung“ ist offensichtlich – nicht wahr? Er ist nicht sehr groß – doch immerhin:  5.131 Euro oder gar 10.737 Euro – wollten Sie darauf verzichten?

Für eine Gesamtkalkulation sollten Sie aber auch beachten, dass nach der Gesetzeslage seit 2004 die damit erworbene Betriebsrente später steuer- und sozialversicherungspflichtig wird, was die Rendite wesentlich schmälert.

Bei allen verbliebenen kleinen Möglichkeiten, Teile einer Abfindung steuerbegünstigt zu erhalten, bleiben Ihnen doch zwei entscheidende Fragen:

  1. Wie hole ich mir möglichst viel von der Summe Geld zurück, die mir der Fiskus genommen hat?
  2. Wie setze ich mein Geld aus der Abfindung optimal so ein, dass ich meine finanzielle Sicherheit stärke?

Wenn Sie diese Fragen richtig beantworten, dann kommen Sie Ihrem Wunsch oder Ziel nach finanzieller Unabhängigkeit ein gewaltiges Stück näher. Wollen sie das? – Ja, jetzt gleich?

Änderungen mit dem Betriebsrentenstärkungsgesetz

Für Abfindungsempfänger wohl am wichtigsten ist, dass mit dem Betriebsrentenstärkungsgesetz auch im Einkommensteuergesetz (EStG) mehr steuerfreie Einzahlungen in die betriebliche Altersvorsorge möglich sind. Dazu wurde § 3 Nr. 63 EStG wie folgt angepasst:

„Aus Anlass der Beendigung des Dienstverhältnisses geleistete Beiträge … sind steuerfrei, soweit sie 4 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze in der allgemeinen Rentenversicherung vervielfältigt mit der Anzahl der Kalenderjahre, in denen das Dienstverhältnis des Arbeitnehmers zu dem Arbeitgeber bestanden hat, höchstens jedoch zehn Kalenderjahre, nicht übersteigen.“

Für das Kalenderjahr 2018 können dadurch nicht nur die oben in der Tabelle aufgeführten Beträge, sondern maximal sogar 31.200 Euro von der Abfindung steuerfrei in die betriebliche Altersvorsorge eingezahlt werden.

Mehr Informationenen zu den Änderungen im Zusammenhang mit dem Betriebsrentenstärkungsgesetz in der konsolidierten Darstellung der Arbeitsgemeinschaft für betriebliche Altersversorgung e.V. (aba).

Ausführlich zur steuerlichen Behandlung siehe: BMF-Schreiben vom 06.12.2017



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