Exkurs: Abfindung und „Zusammenballung von Einkünften“

Exkurs: Abfindung und „Zusammenballung von Einkünften“

QR-CodeExkurs: Abfindung und Zusammenballung von Einkünften – Wann kann die 1/5-Regelung zur günstigeren Besteuerung Ihrer Abfindung angewendet werden? Welche Kriterien gibt es für eine steuerbegünstigte Entlassungsentschädigung? Was ist eine Zusammenballung von Einkünften und wann profitieren Sie davon?

Kriterien für die „Zusammenballung von Einkünften“

  • Mit „Zusammenballung von Einkünften“ ist nicht gemeint, dass Sie einfach mehr Geld bekommen, weil Sie vielleicht Ihr wertvollstes Gemälde verkauft oder im Lotto gewonnen haben. 😉 Vielmehr muss es zur „Zusammenballung von Einkünften“ durch eine Entschädigung im Sinne des Einkommensteuergesetzes (EStG § 24 Nr. 1) kommen. Das heißt, Sie erhalten eine „Entlassungsentschädigung“ (Abfindung), weil Sie durch die Entlassung Einnahmen verlieren, mit denen Sie rechnen konnten. Es geht also nicht um Leistungen für bereits erdiente Ansprüche, wie z. B. rückständigen Arbeitslohn, rückständiges Urlaubsgeld, Urlaubsabgeltung, Weihnachtsgeld, Gratifikationen, Tantiemen oder Ihnen noch zustehende Gehaltsansprüche.
  • Zur „Zusammenballung von Einkünften“ muss es im Verlauf eines „Veranlagungszeitraums„, in der Regel des Kalenderjahres kommen. Wird die Entlassungsentschädigung (Abfindung) auf mehrere Jahre verteilt, dann kommt es wahrscheinlich zu keiner „Zusammenballung von Einkünften“. Damit entfiele dann auch die Voraussetzung für die Anwendung der 1/5-Regelung und Ihre Einkünfte einschließlich Ihrer Entlassungsentschädigung (Abfindung) würden insgesamt „normal“ (voll) versteuert.
  • „Zusammenballung von Einkünften“ heißt, Sie bekommen durch die Entlassungsentschädigung mehr Geld, als Sie bei Fortsetzung des Dienstverhältnisses erhalten hätten (BFH vom 04.03.1998 – BStBl II S. 787).

Woran wird dieses „mehr Geld“ nun gemessen, werden Sie sich fragen? – Es wird gemessen an Ihrem Einkommen im Vorjahr. Ein kleines Beispiel:

zu versteuerndes Einkommen 2015
100.000 Euro
zu versteuerndes Einkommen 2016
80.000 Euro
Entlassungsentschädigung (Abfindung) 2016
50.000 Euro
Gesamteinkommen 2016
130.000 Euro

Das Gesamteinkommen 2016 wäre in diesem Fall durch die Entlassungsentschädigung (Abfindung) höher als im Vorjahr (dem letzten der vollen Beschäftigung). Damit liegt eine „Zusammenballung von Einkünften“ vor und die 1/5-Regelung muss angewendet werden. Hätte das zu versteuernde Einkommen 2016 dagegen nur 40.000 Euro (statt 80.000 Euro) betragen, dann ergäbe sich ein Gesamteinkommen von nur 90.000 Euro, also weniger als 2015. Die 1/5-Regelung wäre nicht anzuwenden.

Achtung: So geben Sie dem Fiskus ein zinsloses Darlehen!

Bei der Berechnung des Steuerabzugs wird sich Ihr Arbeitgeber auf Ihr Lohn-/Gehaltskonto und auf Ihre „Lohnsteuerkarte“ stützen – und da stehen IHRE offiziellen steuerlichen Daten drauf. Der Arbeitgeber kann zwar auch die übrigen Einkünfte des Arbeitnehmers mit einbeziehen, verpflichtet ist er hierzu allerdings nicht. Und nun kann folgendes passieren:

Beispiel 1: Der Arbeitgeber stellt keine „Zusammenballung von Einkünften“ fest, weil er nicht alle IHRE Einkünfte aus nicht selbstständiger Arbeit kennt. Beispielsweise weiß er nicht, wieviel Sie nach Ihrer Entlassung auf einem neuen Arbeitsplatz verdienen und dass Sie zusammen mit dem neuen Einkommen nun doch mehr Geld als im Vorjahr erhalten.

zu versteuerndes Einkommen 2015
100.000 Euro
zu versteuerndes Einkommen 2016
5.000 Euro
Entlassungsentschädigung (Abfindung) 2016
90.000 Euro
Gesamteinkommen 2016
95.000 Euro
Steuern auf Gesamteinkommen* 2016 ohne 1/5-Regelung
24.563 Euro

*Einkommensteuer laut Splittingtabelle ab 2016 zzgl. 5,5 % Solidaritätszuschlag ohne Kirchensteuer – Wenn Sie mit Ihren eigenen Zahlen kalkulieren wollen, wie Ihre Entlassungsabfindung versteuert wird: zur Grobkalkulation Ihrer Steuerbelastung laden Sie einfach eine Excel-Tabelle (Abfindungsrechner) auf Ihren Computer. – Ja, die will ich sofort haben! 😉

Wenn jetzt nur 10.000 Euro durch das neue Arbeitsverhältnis hinzukommen, dann wären dennoch nach der 1/5-Regelung nur 17.397 Euro Steuern abzuführen. Die „Mehr“-Steuer von 7.166 Euro können Sie erst mit der Einkommensteuererklärung geltend machen. So werden Sie erst im Folgejahr, wenn Ihnen das Finanzamt den Steuerbescheid erteilt, die zuviel gezahlte Steuer zurück bekommen. Solange geben Sie dem Fiskus ein „zinsloses Darlehen“ von 7.166 Euro. Toll – nicht wahr?

Vorsicht: Ihr Vorteil mit Falle!

Beispiel 2: Der Arbeitgeber stellt eine „Zusammenballung von Einkünften“ fest und zieht Ihnen nur die Steuer gemäß IHRES Einkommens ab (ohne Ihr Arbeitslosengeld).

zu versteuerndes Einkommen 2015
100.000 Euro
zu versteuerndes Einkommen 2016
15.000 Euro
Abfindung 2016
90.000 Euro
Gesamteinkommen 2016
105.000 Euro
Steuern auf Gesamteinkommen 2016 mit 1/5-Regelung
17.397 Euro

*Einkommensteuer laut Splittingtabelle ab 2016 zzgl. 5,5 % Solidaritätszuschlag ohne Kirchensteuer – Wenn Sie mit Ihren eigenen Zahlen kalkulieren wollen, wie Ihre Entlassungsabfindung versteuert wird: zur Grobkalkulation Ihrer Steuerbelastung laden Sie einfach eine Excel-Tabelle (Abfindungsrechner) auf Ihren Computer. – Ja, die will ich sofort haben! 😉

Wenn jetzt nur 10.000 Euro durch ein weiteres steuerpflichtiges Arbeitsverhältnis hinzukommen, dann wären nach der 1/5-Regelung 25.520 Euro Steuern abzuführen. Die „Minder“-Steuer von 8.123 Euro müssen Sie im Folgejahr, wenn Ihnen das Finanzamt den Steuerbescheid erteilt, nachzahlen! Hoffentlich haben Sie Ihr „zinsloses Darlehen“ von 8.123 Euro dann gleich zur Verfügung!

Fazit:

Ob und wieviel Steuern Sie mit der 1/5-Regelung sparen, hängt wesentlich davon ab, ob sich für Sie eine „Zusammenballung von Einkünften“ ergibt. Die 1/5-Regelung kann zu einer Steuerersparnis führen, muss aber nicht. Wenn Sie nichts tun, überlassen Sie die Steuerersparnis dem Finanzamt. Nur wenn Sie selbst etwas tun, können Sie beeinflussen, wieviel Steuern Sie auf Ihre Abfindung letztendlich abzuführen haben. Dafür sollten Sie wissen: Was wird steuerlich begünstigt?

Anmerkung:

Die „Zusammenballung von Einkünften“ als Bedingung für die ermäßigte Besteuerung von Abfindungen beruht auf der ständigen Rechtsprechung – siehe beispielsweise auch meinen Kommentar auf steuerberaten.de



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26 comments for “Exkurs: Abfindung und „Zusammenballung von Einkünften“

  1. Rita Ratlos
    27. März 2017 at 11:08

    Hallo Herr Schulze,
    meine Frage:
    Wie verhält es sich mit der 1/5 Regelung, wenn die Abfindung während einer Elternzeit (ohne steuerpfl. Einkommen) gezahlt wird? Bevor die Elternzeit begann, habe ich im Jahr mehr Einkommen erzielt gehabt, als in dem Jahr der Abfindung. In dem Jahr vor der Abfindung nur Elterngeld, also weniger als im Jahr der Abfindung.

    Im Jahr der Abfindung wurde dann ein neues Arbeitsverhältnis in Teilzeit (vorher Vollzeit) aufgenommen, für 5 Restkalendermonate, mit Teilzeitgehalt dann natürlich viel weniger als noch vor der Elternzeit in Vollbeschäftigung. Können Sie da etwas Licht ins Dunkel bringen?
    Beste Grüße.

    • 29. März 2017 at 19:48

      Hallo Rita,

      grundsätzlich wird die Fünftelregelung nur bei einer „Zusammenballung von Einkünften“ angewendet, um die Steuerbelastung zu mildern. Bei der Berechnung der Einkünfte, die die Steuerpflichtige beim Fortbestand des Arbeitsverhältnisses im Kalenderjahr bezogen hätte, ist nach Auffassung der Finanzverwaltung grundsätzlich mit den Einkünften des Vorjahres zu vergleichen, es sei denn, die Einnahmesituation ist in diesem Jahr durch außergewöhnliche Ereignisse geprägt. Es sind demnach nur die Einkünfte einzubeziehen, die mit dem (früheren) Arbeitsverhältnis verbunden oder dazu bestimmt sind, die Einkünfte aus der früheren Tätigkeit zu ersetzen. Dazu gehört auch das Elterngeld, dass gem. § 32b EStG steuerfrei mit Progressionsvorbehalt ist.
      Angenommen, im Jahr der Abfindungszahlung erhält die Steuerpflichtige die Abfindung, Elterngeld und steuerpflichtige Einkünfte aus einem Arbeitsverhältnis, und die Summe dieser Zahlungen übersteigt das Arbeitseinkommen + Elterngeld im Jahr vor der Abfindungszahlung, dann wäre die Fünftelregelung m. E. anwendbar.

      Thomas Schulze

  2. Daniela B.
    21. März 2017 at 15:10

    In 2016 habe ich eine Abfindungszahlung erhalten und diese wurde von meinem ehemaligen Arbeitgeber mit 1/5 Regelung verteuert. Danach habe ich mich selbstständig gemacht, Gründungszuschuss erhalten und einen Verlust für das Jahr 2016 ewirtschaftet. Nun bin ich verunsichert, ob das FA im Nachhinein die 1/5 Regelung kippen kann…

    Einkommen nichtselbstst. 2015: 76.100€ (inkl. Bonus für 2014)
    Einkommen nichtselbstst. Jan-Feb 2016: 12.000€
    Abfindungszahlung Feb 2016: 60.800€
    Bonuszahlung für 2015 (Auszahlung Apr 2016): 9500€
    Gründungszuschuss kum Jun-Nov 2016: 12.000€
    Verlust aus selbstständiger Arbeit 2016: -14.000€

    Nun bin ich nicht sicher, wie sich die Bonuszahlung für 2015, der Gründungszuschuss und der Verlust aus der Selbstständigkeit auswirken. Vielleicht kann mich jemand einen Hinweis geben?

    Danke und VG
    Daniela B.

    • 24. März 2017 at 16:12

      Hallo Daniela,

      grundsätzlich sind in die Vergleichsrechnung die Einkünfte einzubeziehen, die im Zusammenhang mit den Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit stehen. Wenn die Bonuszahlungen dazu (und nicht zu einer anderen Einkunftsart) gehören, wären sie einzubeziehen.

      Die negativen Einkünfte aus Gewebebetrieb werden deshalb nicht berücksichtigt. Auch der Gründungszuschuss wird nicht berücksichtigt, weil er zu den steuerfreien Einkünften gem. § 3 EStG gehört und deshalb in keinem Fall zu einer „Zusammenballung von Einkünften“ führt, die eine Voraussetzung für die Anwendung der Fünftelregelung ist.

      Eine eindeutige Antwort scheint mir aufgrund der Angaben dennoch nicht möglich. Denn im Gesetz und in den jeweiligen Anwendungsschreiben des BMF wird immer Bezug auf die „Einkünfte“ genommen. So ist beispielsweise der „Arbeitnehmerpauschbetrag“ in beiden Jahren abzuziehen. Ohne Steuerberatung lässt sich das Ergebnis sicher mit einem guten Steuerprogramm für 2016 kalkulieren

      Thomas Schulze

  3. Michael
    8. Februar 2017 at 19:23

    Hallo Herr Schulze,

    erstmal vielen Dank und ein großes Lob für Ihre informativen Beiträge zum Thema Abfindung.

    In meiner Firma gibt es eine Umstrukturierung und im Rahmen eines Freiwilligenprogrammes wird uns daher ein Abfindungsangebot gemacht.

    Laut vorläufiger Berechnung erhalte ich eine Abfindung über ca. EUR 58.000,00.
    Mein Jahres-Bruttogehalt 2016 leider etwas höher (ca. EUR 59.000,00) und 2017 könnte es noch etwas mehr werden.

    Da ich mit einem Ausscheiden zum 31.12.2017 rechne und dann in 01/2018 die Abfindung erhalten werde, würde ich gerne die 1/5-Regelung für eine größtmögliche Steuerersparnis anwenden. (2018 = Dispositionsjahr)

    Leider liege ich mit der Abfindung knapp unter meinem Bruttogehalt und komme daher nicht in den Genuss der 1/5-Regelung.
    Was für Tricks könnte man hier noch anwenden um das Bruttogehalt so zu mindern, dass es kleiner ist, als die Abfindung?

    Haben Sie hierzu eine Idee? Ich bin momentan leider ziemlich ratlos und der Arbeitgeber hat bereits mehrfach betont, dass es keine Verhandlungen über die Höhe der Abfindung geben wird.

    Vielen Dank vorab!

    Beste Grüße

    Michael

    • 8. Februar 2017 at 21:25

      Hallo Michael,

      bis 2018 ist noch lange hin – wissen Sie was sich einkommensteuerlich bis und nach der Bundestagswahl ändert? 😉
      Übrigens: Ich habe mal überschlagen – nach Ihren Angaben und heutigen Steuersätzen müssten sich mit einer Steuerlast von ca. 16.700 Euro rechnen. Wenn Sie im „Dispojahr“ nur 2.000 Euro steuerpflichtig hinzuverdienen würden, sänke die Steuerlast um fast 13.000 Euro, die Sie dann mehr auf dem Konto hätten… – lohnt es sich, darüber mal nachzudenken? 🙂

      Viel Glück bis dahin

      Thomas Schulze

      • Michael
        9. Februar 2017 at 18:03

        Hallo Herr Schulze,

        vielen lieben Dank für Ihre schnelle Antwort!

        Auf die Möglichkeit des Zuverdienstes bin ich bisher noch nicht gekommen. Danke für diese gute Idee! 🙂
        Am sinnvollsten wäre dann wohl ein Minijob (wegen der KV [Familienversicherung])?
        Meine Sorge wäre allerdings ob es durch den Zuverdienst nicht später Probleme beim ALG1-Bezug in 2019 gibt.

        Würden eigentlich auch Kapitalerträge als Zuverdienst bezüglich der 1/5-Regelung zählen?

        Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend!

        Beste Grüße

        Michael S.

        • 9. Februar 2017 at 21:12

          Hallo Michael,

          der von mir angedeutete Zuverdienst bringt nur den steuerlichen Vorteil, wenn sich dadurch das steuerpflichtige Einkommen erhöht. Minijobs sind steuerfrei – wirken sich also nicht aus. (Ein paar Wochen steuerpflichtige Beschäftigung, eine steuerpflichtige Provisions- oder Honorareinnahme u.ä. schon, um auf die Summe zu kommen – ist ja nicht viel.) Ähnliches gilt für Kapitalerträge, weil sie seit 2009 zunächst grundsätzlich nicht in das zu versteuernde Einkommen einfließen, sondern der Abgeltungsteuer unterliegen. Das geht dann nur auf Antrag gem. § 32d (6).

          • Michael
            10. Februar 2017 at 18:15

            Hallo Herr Schulze,

            vielen Dank nochmal für die Aufklärung!

            Eine letzte Frage habe ich hierzu noch:

            Ich habe heute in Erfahrung bringen können, dass mir in 04/2018 nachträglich noch ein Zielerreichungsbonus von ca. 6.000,00 EUR brutto ausgezahlt wird. Da dieser Bonus steuerpflichtig ist, sollte das doch auch ausreichen um die 1/5-Regelung anzuwenden?

            Vielen Dank für Ihre Hilfe! 🙂

            Beste Grüße
            Michael S.

          • 10. Februar 2017 at 18:41

            Hallo Michael,

            na dann sollten Sie mal kalkulieren, ob Sie dann doch das steuerpflichtige Einkommen wieder etwas drücken müssen. 😉

            Beste Grüße

            Thomas Schulze

  4. Sabine Dolny
    14. Oktober 2016 at 11:05

    Hallo,
    ich beziehe seit 2012 eine jährliche Abfindung in Höhe von EUR 41.923,19 von meinem ehemaligen Arbeitgeber, dies soll noch 4 weitere Jahre ( bis zu meinem Rentenbeginn so weiterlaufen ).
    Ich habe kein weiteres Einkommen. Nun überlege ich mir den Rest in Höhe von ca. EUR 165.0000,– in einer Summe Anfang 2017 auszahlen zu lassen.
    Habe ich dabei Anspruch auf die Fünftelregelung ?
    Gruß
    Sabine

    • 14. Oktober 2016 at 16:35

      Hallo Sabine,

      da sehe ich wenig Chancen. Denn bei Zufluss mehrerer Teilbeträge der Abfindung in unterschiedlichen Kalenderjahren ist grundsätzlich die Fünftelregelung nicht anzuwenden. Eine Ausnahme bildet nur, eine im Verhältnis zur Hauptleistung geringfügige Zahlung. Damit sollte die „geringfügige Zahlung“ nicht mehr als 10 % der Abfindung betragen.

      Allerdings können Sie ja mal kalkulieren, ob die Steuerbelastung bei Einmalzahlung dennoch geringer wäre als bei Verteilung auf die nächsten 4 Jahre. Mit dem Abfindungsrechner ist das durchaus möglich.

      Beste Grüße

      Thomas Schulze

  5. 14. September 2016 at 14:29

    Hallo Herr Dr. Schulze,
    vielen Dank für ihren tollen Ausführungen zum leidlichen Thema. Ich habe eine Frage zum „Auftauchen“ der Abfindung:
    Folgende Situation:
    Zum 31.12.2016 scheide ich aus dem Unternehmen aus. Habe demnach voll verdient. Ich habe mich mit meinem Arbeitgeber auf die Auszahlung der Abfindung (ca. in Höhe des Vorjahresgehaltes) im Januar 2017 geeinigt.
    Erscheint die Auszahlung der Abfindung im Jahr 2017 auf meiner Lohnsteuerbescheinigung im Jahr 2016 ? Gibt es überhaupt eine separate Bescheinigung ? Die Frage zielt auf eine eventuell auftretende Nachberechnung eines Unterhaltsanspruches.
    Ich hoffe, Sie können mir hier weiterhelfen ?

    Viele Grüße
    Marco

    • 14. September 2016 at 21:23

      Hallo Marco,

      die Abfindung ist zugeflossen, wenn der Empfänger tatsächlich darüber verfügen kann, wenn sie also auf seinem Konto ist. In Ihrem Fall würde also die Abfindung erst im Januar 2017 zufließen – siehe auch Lohnsteuerabzug von Abfindung ohne Arbeitslohn

      Beste Grüße

      Thomas

  6. Daniela
    31. August 2016 at 07:57

    Hallo habe ein Abfindungsangebot von der Firma erhalten.

    Allerdings hatte ich in den letzten 2 Jahren kein Einkommen da Elternzeit. Nur mein Mann hat Jahreseinkommen 2015:

    Kann hier die Fünftelregelung verwendet werden? Überall ist die Rede davon wieviel man im letzten Jahr Steuer bezahlt hat (was bei mir nicht der Fall ist).
    Würde bestimmt allen Müttern bestimmt helfen.

    Vielen Dank für die kurze Info.

    LG
    Danke

    • 31. August 2016 at 12:19

      Hallo Daniela,

      grundsätzlich kann die Fünftelregelung angewendet werden, wenn vergleichsweise die Abfindungszahlung bei Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses zu einer „Zusammenballung“ geführt hätte. Allerdings sind zwei Dinge zu beachten:

      1. Welche Einkünfte gem. § 39b Abs. 3 vom Arbeitgeber zu berücksichtigen sind, dazu gibt es immer wieder Unklarheiten bei Arbeitgebern, weshalb sie unter Umständen die Fünftelregelung nicht anwenden.

      2. Die Berücksichtigung der Fünftelregelung bei Auszahlung der Abfindung durch den Arbeitgeber führt bei Verheirateten oft nur zu einer Steuerstundung. Im Ergebnis der Einkommensteuererklärung gemeinsam mit dem Ehepartner erfolgt dann die Korrektur durch das Finanzamt, weil sich bei Berücksichtigung der Einkünfte des Ehepartners die Steuerprogression erhöht.

      Gleich ob Ihr Arbeitgeber die Fünftelregelung anwendet oder nicht: Mit der Steuerfestsetzung im Steuerbescheid erfolgt die Korrektur – zuviel abgezogene Steuern werden erstattet, zu wenig abgezogene Steuern sind nachzuzahlen.

      Beste Grüße

      Thomas Schulze

  7. Ratlos
    15. April 2016 at 20:33

    Hallo Herr Schulze,
    kommt in unserem Fall die 1/5 Regelung in Frage ?

    Eink. 2016 Ehemann 53000 €
    Eink. 2016 Ehefrau 41000 €
    Arbeitsvertrag Endet am 31.12.2016
    Abfindung Januar 2017 80000 €
    ALG 2017 1500 € x 9 Monate 13500 €
    Eink. 2017 Ehefrau 41000€
    Kirchenst. Frau in BW 8% ??

    Vielen DANK im Voraus

    R. Ratlos

    • 15. April 2016 at 21:04

      Hallo Herr Ratlos,

      aufgrund Ihres Einkommens und Ihrer Abfindung müsste bei der Abfindungsauszahlung die Fünftelregelung angewendet werden, weil beide Bedingungen für eine „Zusammenballung der Einkünfte“ vorliegen: Zufluss der Abfindung in einem Kalenderjahr und insgesamt liegt Ihr zu versteuerndes Einkommen inklusive Abfindung 2017 über dem des Jahres 2016.

      Sollte die Lohnbuchhaltung eine andere Berechnung vornehmen, wäre sie spätestens bei der Steuerfestsetzung 2018 für 2017 zu korrigieren. Wenn Sie jedoch die Tipps zur Abfindungsberechnung beachten, können Sie solchen Fehlern weitgehend vorbeugen.

      Toi, toi, toi

      Thomas Schulze

      • Ratlos
        16. April 2016 at 19:20

        Hallo Herr Schulz,
        danke für ihre Antwort
        R.R.

        • 20. April 2016 at 16:40

          Freut mich, dass ich Ihnen helfen konnte.

          Thomas Schulze

  8. Christian Schmitz
    3. Januar 2016 at 14:05

    Ich erhalte im Jan 2016 eine Abfindung EUR 150.000 –
    das Arbeitsverhältnis endete zum 31.12.2015 –
    Bruttoeinkommen 2015 EUR 65.000
    Ein Voraussichtliches Einkommen 2016 = 0,00 EUR –
    es wird 2016 eine Umschulung über die Arbeitsagentur stattfinden.

    Die eigentliche Frage. Nach meinem Verständnis müsste die Abfindung nach der 1/5-Regelung versteuert werden – ist der Arbeitgeber verpflichtet dieses auch zu prüfen und anzuwenden so dass ich von einer Steuervergünstigung ausgehen kann? Was passiert wenn der Arbeitgeber diese Regelung nicht anwendet? Kann man die nachträgliche 1/5-Versteuerung verlangen?

    Danke & Gruß
    C.Schmitz

    • 3. Januar 2016 at 17:30

      Hallo,

      grundsätzlich müsste die Abfindung – wenn alle Voraussetzungen dafür erfüllt sind – nach der Fünftelregelung versteuert werden – siehe auch http://www.abfindunginfo.de/abfindung-mit-ein-funftelregelung.html. Doch gibt es in den Lohnbuchhaltungen da mitunter Unsicherheiten, sodass die Steuern dann nicht richtig ermittelt werden. Dass sollte dann aber im Einkommensteuerbescheid durch das Finanzamt korrigiert werden, ohne dass es dazu eines besonderen Antrags bedarf.

      Gruß

      Thomas Schulze

      • Christian Schmitz
        4. Januar 2016 at 00:24

        Vielen Dank Herr Schulze,
        noch eine Frage auf Ihre Antwort. Wenn also der Arbeitgeber versäumt die 1/5-Regeklung anzuwenden – und diese dann bei der Einkommenssteuererklärung 2016 erst korrigiert wird – so habe ich ca. 1 Jahr lang von weniger Kapital profitiert das solange beim Finanzamt lag? Sprich – das Finanzamt hat 1 Jahr lang mit meinem Geld gearbeitet – das sind lt. meiner Berechnung ca. EUR 30.000 die ich selber hätte in dieser Zeit gewinnbringend hätte anlegen können!? Kann ich den Arbeitgeber anweisen das er die 1/5-Regeung unbedingt anwenden soll? Dann würde ich gleich morgen hier die Abrechnungsstelle kontaktieren müssen.
        Danke & Gruß
        C.Schmitz

        • 4. Januar 2016 at 10:28

          Hallo Herr Schmitz,

          aus verschiedenen Gründen empfehle ich immer, sich rechtzeitig vor der Auszahlung der Abfindung die Berechnung der Abfindung und Steuern erklären zu lassen. Mitunter lassen sich so noch Fehler korrigieren. Dennoch ist es oft eine Frage des Verhandlungsgeschicks und der buchhalterischen und steuerlichen Kompetenz, um eine optimales Ergebnis zu erreichen, weil die Aussagen im Steuergesetz für manche nicht eindeutig nachvollziebar sind und auf beiden Seiten im guten Bestreben auch Fehler gemacht werden können.

          Gruß

          Thomas Schulze

  9. Walter Faber
    29. Oktober 2015 at 17:06

    Hallo Herr Schulze,

    kommt bei folgendem Beispiel die 1/5-Regelung zum Tragen? Nach meinem Verständnis wäre es so:

    zu verst. EK 2015: 100.000€
    zu verst. EK 2016: 50.000€ (gearbeitet bis Juni 2016)
    zu verst. EK 2017: 0€ + 150.000€ (Abfindung im Jan. 2017)

    Vielen Dank im Voraus.

    Gruß W. Faber

    • 29. Oktober 2015 at 20:34

      Hallo Herr Faber,

      grundsätzlich ist es so, denn maßgebend für die Feststelleung einer „Zusammenballung der Einkünfte“, ist der Vergleich zwischen den Einkünften im Jahr der Abfindungszahlung und den Einkünften, die sich bei ungestörter Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses voraussichtlich ergeben hätten (siehe auch BFH, Beschluss v. 26.1.2006 – XI B 54/05).

      Beste Grüße

      Thomas Schulze

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