Abfindung mit Ein-Fünftelregelung

QR-CodeWie die einzig verbliebene Steuerermäßigung auf Ihre Abfindung berechnet wird, wem die Fünftelregelung einen Steuervorteil bringt und wie groß dieser Steuervorteil für Sie sein kann.

Abfindung – Steuern sparen mit „Ein-Fünftelregelung“

Wie Sie im Exkurs: Abfindung und „Freibetrag“ und im Exkurs: Abfindung steuerfrei gesehen haben, hat der Gesetzgeber die Steuerlast auf Abfindungen in den letzten Jahren drastisch verschärft: Steuerliche Freibeträge auf Abfindungen gibt es nicht mehr! Auch die Regel, eine Abfindung mit dem halben Steuersatz zu belasten (das sogenannte „Halbeinkünfte-Verfahren“ galt bis Ende 2008 nur noch für Dividenden und Spekulationsgewinn aus Aktiengeschäften), gibt es schon lange nicht mehr für Abfindungen. Noch bevor Sie Ihre Entlassungsabfindung auf Ihrem Konto haben, melden Dritte Anprüche auf Ihr schönes Geld an. Allen voran der Fiskus und dann die Arbeitsagentur suchen jede Möglichkeit, sich an Ihrer Entlassungsabfindung schadlos zu halten.

Ihre 3 Wege für mehr Geld nach Steuern

Wollen Sie Ihre finanzielle Sicherheit und Unabhängigkeit vergrößern? Dann nutzen Sie im Zusammenhang mit der Abfindung ganz legal 3 Wege, um möglichst mehr Geld nach Steuern zu be- oder erhalten:

  1. die Ein-Fünftelregelung;
  2. die Umwandlung der Abfindung vor der Auszahlung;
  3. die Umwandlung der Abfindung nach der Auszahlung.

Jeder einzelne bringt Ihnen einen Vorteil. Oft können Sie sogar alle 3 Vorteile gleichermaßen nutzen. Die größte Steuerersparnis und mit etwas Cleverness zugleich den höchsten Gewinn bringt in der Regel der 3. Weg, die Umwandlung der Abfindung nach der Auszahlung.

Wie hilfreich ist diese Information für Sie?

Ein-Fünftelregelung – ein „Steuergeschenk“ vom Fiskus

Der 1. Weg, der Ihnen als steuerliche Begünstigung geblieben ist, ist die sogenannte Ein-Fünftelregelung. Nach der (Ein-)Fünftelregelung gewährt Ihnen der Fiskus einen kleinen steuerfreien Bonus. Voraussetzung ist:

  • Die Abfindung gehört zu Ihren „außerordentlichen Einkünften“ gemäß Einkommensteuergesetz (EStG § 34 Abs. 2).
  • Als solche außerordentlichen Einkünfte gelten (Entlassungs-)Entschädigungen als Ersatz für entgangene oder entgehende Einnahmen – also Entlassungsabfindungen gemäß Einkommensteuergesetz (EStG § 24 Nr. 1); ebenso z. B. auch Gewinne aus dem Verkauf eines landwirtschaftlichen oder Gewerbebetriebs, einer Kanzlei oder Praxis oder Ausgleichszahlungen an Handelsvertreter nach § 89b des Handelsgesetzbuchs. Die Abfindung/Entschädigung darf keine Zahlungen des Arbeitgebers für bereits erdiente Ansprüche sein, wie beispielsweise rückständiger Arbeitslohn, anteiliges Urlaubsgeld, Urlaubsabgeltung, Weihnachtsgeld, Gratifikationen, Tantiemen oder noch zustehende Gehaltsansprüche, weil das Dienstverhältnis rückwirkend beendet wird (vgl. BMF v. 24.05.2004 – IV A 5 – S 2290 – 20/04BStBl 2004 I S. 505, ber. S. 633).
  • Schließlich ist nach dem BFH-Urteil vom 8. April 2014, Az. IX R 33/13 die Ein-Fünftelregelung „entsprechend dem Normzweck … auf solche Einkünfte zu beschränken, die ‚zusammengeballt‘ zufließen“ (ständige Rechtsprechung des BFH; vgl. Urteile vom 25. August 2009 IX R 3/09 und vom 27. Januar 2010 IX R 31/09

Ihr „Noch-Arbeitgeber“ ist laut Einkommensteuergesetz (EStG § 39b Abs. 3) verpflichtet, die Lohnsteuer und die Steuern auf die Abfindung einzubehalten. Ihre Abfindung gilt als „sonstiger Bezug“ und wird unter bestimmten Voraussetzungen nach der Ein-Fünftelregelung besteuert.

Ein-Fünftelregelung – wie wird die Steuer berechnet?

Bei der Ein-Fünftelregelung für Abfindungen wird so gerechnet, als würden Sie 5 Jahre lang 1/5 der Abfindung erhalten – Sie müssen die Steuern aber trotzdem mit einem Schlag zahlen.

Für unser voriges Beispiel mit einer Abfindung in Höhe von 50.000 Euro heißt das:

darauf Steuern:

zu versteuerndes laufendes Einkommen:
80.000 Euro
17.532 Euro
1/5 der Abfindung:
10.000 Euro
3.684 Euro
Summe:
90.000 Euro
auf die Summe anfallende Steuern:
21.216 Euro
anteilige Steuern auf 1/5 der Abfindung (also wieviel mehr Steuern?)
3.684 Euro
anteilige Steuern auf 1/5-Abfindung x 5 + Steuern auf laufendes Einkommen
35.952 Euro
Gesamteinkommen nach Steuern*
92.071 Euro

*Einkommensteuer laut Splittingtabelle ab 2017 zzgl. 5,5 % Solidaritätszuschlag ohne Kirchensteuer.

Grafisch sähe der Steuerspareffekt mit Einkommensteuer + Solidaritätszuschlag so aus:

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Fazit:

Ob 37.648 Euro Einkommensteuer + 2.071 Euro Solidaritätszuschlag (= 39.719 Euro) wie bei einer „normalen“ Besteuerung oder 35.952 Euro + 1.977 Euro Solidaritätszuschlag (= 37.929 Euro) Dank der (Ein-)Fünftelregelung (und ggf. 9 Prozent Kirchensteuer) – im Verhältnis zu 50.000 Euro Entlassungsabfindung wachsen Ihre Steuern insgesamt auf 70 – 80 % der Abfindung! – Ist das der finanzielle Gewinn, den Sie erhofft haben?

Wem bietet die Ein-Fünftelregelung steuerliche Vorteile?

Durch die (Ein-)Fünftelregelung erhalten diejenigen steuerliche Vorteile, die durch die Entlassungsabfindung in eine hohe „Steuerprogression“ geraten. Wenn Sie ohne Entlassungsabfindung also ein Einkommen haben, das mit einer geringen Steuerbelastung verbunden ist, durch die Entlassungsabfindung aber überproportional mehr Steuern zahlen müssen, dann kann die (Ein-)Fünftelregelung ein Vorteil für Sie sein. Je höher Ihr bisheriges Einkommen war, umso geringer ist Ihr Vorteil durch die (Ein-)Fünftelregelung. Wenn Ihr steuerpflichtiges Einkommen im Jahr 2017 größer als 54.057 EUR (Ledige) oder 108.114 EUR (Verheiratete) war, unterlagen Sie bereits dem „Spitzensteuersatz“ und können keinen großen Vorteil aus der (Ein-)Fünftelregelung erwarten.

Tipp!

Da es jedoch verschiedene legale Möglichkeiten gibt, die Höhe des normalen zu versteuernden Einkommens zu optimieren, können oft selbst Steuerpflichtige mit hohem steuerpflichtigem Einkommen gerade für die Abfindung eine günstigere Besteuerung erreichen.

 

Wer entscheidet, ob Sie die Ein-Fünftelregelung nutzen können?

Na – selbstverständlich nicht Sie – was dachten Sie denn? Ihre Steuern vom Einkommen behält ja der Arbeitgeber ein – also ist er zunächst verpflichtet zu prüfen, ob bei Ihnen eine „Zusammenballung von Einkünften“ vorliegt, die zu einer Steuerbegünstigung führt.

Wollen Sie nur wissen, wovon eine „Zusammenballung von Einkünften“ abhängt, oder auch gleich mit dem Abfindungsrechner Ihren Steuervorteil durch die Fünftelregelung kalkulieren?

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50 comments for “Abfindung mit Ein-Fünftelregelung

  1. Bernd S.
    29. Juni 2017 at 13:59

    Hallo Herr Hanke,
    kann die Fünftelregelung auch angewendet werden, wenn die Abfindung erst ein Jahr später nach dem Verlust des Arbeitsplatzes ausbezahlt wird?
    Bsp: Ich bin bis 31.12.2017 in der Firma.
    Ab 01.01.2018 in einer Transfergesellschaft und bekomme dort Transferkurzarbeitergeld.
    Am 01.01.2019 wird dann die Abfindung von der Firma bei der ich bis Ende 2017 gearbeitet habe ausbezahlt
    In 2019 habe ich entweder keine Bezüge oder aber Arbeitslosengeld.
    MfG
    Bernd

  2. Rudolph
    13. Juni 2017 at 14:46

    Hallo
    Meine Abfindung soll zum 1. Januar ausgezahlt werden. Kommt die fünftel Regelung ohne weiteres zum tragen, wenn ich in diesen Jahr gar kein Steuerpflichtiges Einkommen in Deutschland habe? Wollte 1 Jahr in der Schweiz arbeiten um von 85000 Euro Abfindung den möglichst geringsten Teil ca. 9000 Euro Steuern zu zahlen. Da ich dann für 2018 kein Steuerpflichtiges Einkommen in Deutschland habe müsste das doch gehen oder? Meine Sozialabgaben sowie meine Steuern zahle ich ja in der Schweiz. Das geht dem deutschen Fiskus ja nichts an. Bin für das Jahr natürlich in der Schweiz gemeldet.

    Vielen Dank vorab
    MFG Rudolph

    • 19. Juni 2017 at 10:31

      Hallo Rudolph,
      solange Sie einen Wohnsitz in Deutschland haben (auch wenn sie in dem Jahr gar nicht in Deutschland wohnen), sind Sie in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig. Hinzu kommt, dass die von Ihnen gewählten (oder nicht gewählten) Bundestagsabgeordneten mit einem neu geschaffenen Tatbestand im Sinne des § 50d Abs. 12 EStG wiederholt versuchen, Ihre Abfindung in Deutschland zu versteuern. Ohne Expertenhilfe wird Ihre Kalkulation vermutlich nicht aufgehen.
      Freundliche Grüße
      Thomas Schulze

  3. Oerder
    20. März 2017 at 13:51

    Hallo,
    ich habe im Jahre 2016 eine Abfindung gem. § 41 Abs. 1 der Satzung der Rheinischen ZVK erhalten. Ich bekam diese Abfindung, da meine monatlich vorgesehene Rente hier weniger als 29,05 € betrug und diese mir nicht mtl. ausgezahlt werden kann. Wo muss ich diese Abfindung bei der Steuer einsetzen und wird diese Abfindungsrente bei der Steuer eigentlich auf mehrere Jahre verteilt?
    Danke
    W. Oerder

  4. Conni
    24. Februar 2017 at 21:06

    Hallo,
    ich werde zum 30.6.17 wegen betriebsbedingter Kündigung arbeitslos und bekomme eine Abfindung von ca. 40000 Euro. Diese darf ich evtl nur teilweise behalten (werde Vollstreckungsschutz beantragen ) da ich in der Wohlverhaltensphase meiner Privatinsolvenz bin. Ich bin LST Klasse 5, mein Mann 3.Ich gehe mal davon aus das ich nicht sofort wieder eine neue Stelle finde und erst einmal Arbeitslosengeld bekomme.
    Meine große Angst ist das ich im nächsten Jahr wenn ich mit meinem Mann zusammen die Steuererklärung mache eine hohe Nachforderung kommt. Wir hatten bisher immer eine Erstattung. Kann uns das passieren?
    LG

    • 25. Februar 2017 at 18:52

      Hallo Conni,

      da sind Sie ja in einer sehr bescheidenen Lage, dass Sie Ihre Abfindung während der Wohlverhaltensperiode bekommen. Ich drücke Ihnen die Daumen, dass wenigstens etwas Geld für Sie übrig bleibt. Ich denke, vor einer Steuernachforderung müssten Sie keine Angst haben. Da Ihr Arbeitgeber die Abfindung netto auszahlen muss, hat er die Steuern schon abgezogen. Bei Lohnsteuerklasse 5 ist der Abzug vermutlich sehr hoch. Normalerweise wird die zuviel abgezogene Steuer dann nach dem Steuerbescheid erstattet. Bei Ihnen wird aber während der Insolvenz wohl leider auch nicht viel ankommen.

      Beste Wünsche

      Thomas Schulze

  5. Ivan
    22. Januar 2017 at 11:03

    Hallo,
    ich habe einen Aufhebungsvertrag bekommen. Das Arbeitsverhältnis endet zum 28.Februar 2017. In diesem Monat bekomme ich auch die Abfindung. Diese wird höher als mein Jahresgehalt sein. Der Abfindungsrechner hat ergeben, dass die 1/5 Regelung die beste Besteuerungsvariante sein soll.
    Meine Frage ist, welche Schritte sind hier vorzunehmen?
    Muß der Arbeitgeber die 1/5 Regelung anwenden?
    Kann ich da mitbestimmen?
    Muß ich beim Finanzamt jetzt schon etwas unternehmen?
    Vielen dank

    • 22. Januar 2017 at 22:14

      Hallo,

      wenn für die Gehaltsabrechnung auch anhand Ihrer Lohnsteuerabzugsmerkmale erkennbar wird, dass die Voraussetzungen für die Fünftelregelung erfüllt sind, müsste die Abfindung nach der Fünftelregelung versteuert werden. Erfahrungsgemäß ist es immer sinnvoll, sich die Abrechnung zurvor in der Gehaltsabteilung erklären zu lassen. Dann können Unstimmígkeiten besser geklärt werden.
      Sollte die Abrechnung nicht korrekt erfolgen, wäre die Steuerlast von Amtswegen im Steuerbescheid für 2017 zu korrigieren. Dann bekommen Sie eventuell zuviel abgezogene Steuern 2018 zurück.

      Viel Erfolg

      Thomas Schulze

  6. Viktor
    15. November 2016 at 00:04

    Hallo Herr Dr. Schulze,

    Ich beende mein Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitgeber „A“ im Rahmen eines Auflösungsvertrages zum 30.11.2016 und bekomme im Februar 2018 (!!!) die komplette Abfindung (~140,000 Euro) ausgezahlt. Mein Jahresgehalt in 2016 war 80,000 Euro. Ich werde zwischen 01.12.2016 und 31.12.2017 eine andere begrenzte Beschäftigung mit einem Jahresgehalt von 70,000 Euro haben (mit Arbeitgeber „B“).

    Habe ich dabei Anspruch auf die Fünftelregelung in 2018 trotz der Beschäftigung mit dem Arbeitgeber „B“ im Jahr 2017?

    Danke und viele Grüße,

    Viktor

    • 15. November 2016 at 07:02

      Hallo Viktor,

      Voraussetzung für die Anwendung der Fünftelregelung ist vor allem die „Zusammenballung von Einkünften„. Neben den Einkünften der Vorjahre sind also die steuerpflichtigen Einkünfte im dem Jahr entscheidend, in dem die Abfindung ausgezahlt wird.

      Beste Grüße

      Thomas

  7. Winfried Schneider
    13. Oktober 2016 at 14:24

    Ich habe am 31.07.2014 mein Arbeitsverhältnis beendet und bin in Rente gegangen.
    Meine Abfindung bekam ich im Januar 2015 ausgezahlt, besteuert nach der 1/5 tel Regelung.
    Bei der Einkommensteuererklärung für 2015 wurde mir vom Finanzamt mitgeteilt, dass die gesetzlichen Voraussetzungen für eine ermäßigte Besteuerung nicht gegeben seien. Was kann ich tun? Kann ich gegen den Bescheid juristisch vorgehen?

    • 13. Oktober 2016 at 21:17

      Hallo Winfried,

      wann haben Sie denn den Einkommensteuerbescheid erhalten? Wenn die Rechtsbehelfsfrist (1 Monat nach Bekanntgabe) noch nicht um ist, können Sie Einspruch dagegen einlegen. Allerdings lohnt sich das nur, wenn der Bescheid fehlerhaft wäre. Das lässt sich aus Ihren Angaben nicht nachvollziehen. Vielleicht finden Sie auf hier eine Antwort.

      Beste Grüße

      Thomas Schulze

  8. Beate
    30. August 2016 at 17:00

    Guten Tag Herr Schulze,

    ich beende mein Beschäftigungsverhältnis zum 31.12.2017, arbeite jedoch nur bis 28.02.17 und bekomme auch nur bis Februar 2017 Gehalt. Vom 01.03.17 bis 31.12.2017 habe ich unbezahlten Urlaub vereinbart. Die Abfindung wird im Januar 2018 ausgezahlt. Gibt es wegen den 10 Monate unbezahlten Urlaub und der Abfindungszahlung erst im Januar 2018 Probleme wegen der Fünftelregelung in 2018 oder habe ich weitere Dinge zu beachten (aus Steuersicht)? Ich habe in 2018 keine weitere Einkünfte. Danke für eine kurze Info.

  9. Klaus
    18. August 2016 at 12:34

    Kann man ein Abfindung … theoretisch hälftig auf zwei Steuerjahre Verteilen 2017 und 2018 und die Abfindung jeweils nach der 1/5 Rechnung versteuern?

    Vielen Dank für einen kurzen Hinweis

    • 18. August 2016 at 20:19

      Hallo Klaus,

      Sie können zwar nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch Ihre Abfindung in mehreren Steuerjahren auszahlen lassen. Die Fünftelregelung kann dann jedoch nicht mehr angewendet werden, weil ein wesentliches Kriterium der „Zusammenballung der Einkünfte“ fehlt.

      Beste Grüße

      Thomas Schulze

  10. Norbert
    18. August 2016 at 07:24

    Guten Tag Herr Schulze,

    ich beende mein Arbeitsverhältnis im Rahmen eines Auflösungsvertrages zum 31.12.2016 und bekomme im Januar 2017 die komplete Abfindung … ausgezahlt. Mein Arbeitgeber möchte mich jedoch aus gewissen Gründen zumindest telweise weiter beschäftigen. Die Überlegung ist, eine Neueinstellung ab 01.02.2017 auf 600 €-Basis vorzunehmen. Gibt es da Probleme mit dem Finanzamt bezüglich Steuerzahlung im Zusammenhang mit der Fünftelregelung)? Was würde pasieren, wenn die Neueunstellung schon zum 01.01.2017 erfolgt (also quasi nahtlos)? Vielen Dank für eine Antwort.

    • 18. August 2016 at 20:43

      Guten Tag Norbert,

      grundsätzlich dürfte es da kein Problem mit dem Finanzamt geben. Die Fünftelreglung ist anzuwenden, wenn die Bedingungen gem. EStG § 34 gegeben sind: Es handelt sich um „außerordentliche Einkünfte“ die „zusammengeballt“ in einem Kalenderjahr zufließen.

      Deshalb kann es auch bei einer Änderungskündigung zu einer Abfindung kommen. Wenn die Abfindung zu einer „Zusammenballung von Einkünften“ führt, ist die Fünftelregelung anzuwenden.

      Beste Wünsche

      Thomas Schulze

  11. Genosse
    3. Juli 2016 at 13:55

    Warum wird hier nicht auf die effektive Möglichkeit der Steuersparnis durch freiwillige Einzahlungen in die GRV hingewiesen?
    Gerade bei Leuten, die eine vorzeitige Altersrente mit entsprechenden Abzügen beziehen wollen, ist es sehr leicht möglich, durch Einzahlungen das zu versteuernde Einkommen ohne Abfindung (Rente bzw. ALG1) auf Null zu drücken und so minimale Steuern auf die Abfindung zu zahlen.
    Verschiedene Varianten kann man sehr leicht in die Elster-Software eingeben und sich sogleich die Steuerbelastung ausgeben lassen.

    • 3. Juli 2016 at 19:03

      Zunächst vielen Dank für Ihren Hinweis.

      Es gibt viele Möglichkeiten für eine Steuerersparnis bei Abfindungen. Die Beiträge hier können nur eine Anregung sein (wie beipielsweise auch in meinem Blog http://abfindunginfo.blogspot.de/, in meiner Facebookgruppe und in meiner xing-Gruppe, oder auf einer meiner weiteren Webseiten), weil ihr Niutzen auch immer von der persönlichen Situation abhängig ist. Letztendlich muss jerder persönlich entscheiden, was zu ihm passt, ihm nützt und was er sich leisten kann, wobei ich gern mit meiner Erfahrung aus 18 Jahren Abfindungsberatung helfe.

  12. Schulz
    23. Juni 2016 at 02:10

    Hallo,
    Ich bekomme demnächst eine Abfindung in Höhe von 30.000 EUR Einmalzahlungen. Was bleibt mir netto übrig ? Vielleicht hierzu kurz einige Eckdaten zu mir. Von 01.01.16- 31.03.16 (3 Monate) Habe ich noch das normale Gehalt als Gesammteinkommen von 5500 EUR bekommen. Ab dem 01.04.16 Alg 1. Vertrag beim neuen Arbeitgeber bereits unterschrieben, Beginn 01.01.2017. bin verheiratet und habe die Steuerklasse 3, und zahle keine Kirchensteuer.

    Viele Grüße

    • 23. Juni 2016 at 14:49

      Hallo,
      das lässt sich anhand der Angaben noch schlecht einschätzen. Nutzen Sie doch bitte das Formular Optimierungsbeispiel. Darin werden die Mindestangaben abgefragt, die notwendig sind.

      Beste Grüße

      Thomas Schulze

  13. Klaus Wassmer
    30. April 2016 at 01:53

    Hallo Herr Schulze,
    wie groß darf maximal der Zeitabstand zwischen dem Ende der Arbeitszeit wegen Kündigung in diesem Jahr (2016) und der Termin der Auszahlung einer Abfindung im nächsten Jahr (2017) sein, damit das Finanzamt (Paderborn) die 5tel-Regelung akzeptiert?
    In Paderborn schließt das Unternehmen Fujitsu den Standort zum 30.9.2016 und die überwiegende Mehrheit der Mitarbeiter (ca. 580) verlieren ihren Arbeitsplatz, aber auch eine Abfindung.
    Es besteht die allgemeine Meinung, dass es keine eindeutige Regelung gibt, sondern abhängig von Ort zu Ort oder sogar vom einzelnen Sachbearbeiter ist.

    Mit freundlichen Grüßen
    Klaus Wassmer

  14. Sabine
    24. Februar 2016 at 15:51

    Hallo Herr Hanke,
    ich bekomme nächsten Monat meine Abfindung. Wann muss ich mit der ersten Zahlung der Steuern an das Finanzamt rechnen ? Und geschieht diese Anforderung selbstständig oder muss ich mich hierfür beim Finanzamt melden?

    Vielen Lieben Dank im Vorraus

    • 24. Februar 2016 at 17:54

      Hallo Sabine,

      die Steuern sollten von der Abfindung wie vom Gehalt vom Arbeitgeber einbehalten und an das Finanzamt abgeführt werden. Sie erhalten also nur die Nettoabfindung. Sollte es Abweichungen geben, werden diese im Ergebnis Ihrer Steuerveranlagung für 2016 im nächsten Jahr festgesetzt und durch Nachzahlung oder Erstattung ausgeglichen.

      Freundliche Grüße

      Thomas Schulze

  15. Matthias
    12. Dezember 2015 at 11:33

    Hallo,

    ich bin zum 31.12.2015 gekündigt 🙁 bekomme aber eine Abfindung im Januar 2016 ausgezahlt. Da ich danach wohl erst einmal arbeitslos bin würde mich interessieren wie die Abfindung besteuert wird. 5 Regelung?

    Danke und Gruss

    Matthias

    • 14. Dezember 2015 at 20:52

      Hallo Matthias,

      wenn Sie bei Auszahlung der Abfindung die Bedingungen für die Fünftelregelung erfüllern, wird Ihre Abfindung ermäßigt versteuert. Geben Sie einfach in den Abfindungsrechner bei Einkommen im Entlassungsjahr (Zelle D14) Ihr steuerpflichtiges Einkommen von 2015 ein und in Zelle D15 Ihr voraussichtliches steuerpflichtiges Einkommen von 2016 – in die Zellen D17 und D18 Ihre Abfindung.

      Beste Grüße

      Thomas Schulze

  16. Rieger
    5. November 2015 at 16:08

    Sehr geehrter Herr Schulze,
    ich habe eine fristgerechte Kündigung per 31.12.2015 (keinen Aufhebungsvertrag) erhalten und bekomme zusätzlich noch eine Abfindung. Gibt es für den Abfindungsvertrag eine Textvorgabe bzw. Formulierung, die mir die ein-fünftel Regelung beim Finanzamt sichert?

  17. Klaus
    29. Oktober 2015 at 22:50

    Hallo, ich bin gerade dabei meine EST-Erklärung für das Jahr 2014 zu vollenden. Drei Fragen beschäftigen mich trotzdem noch sehr:

    1. In welcher Zeile der Anlage N trage ich die Abfindungssumme ein?

    2. Muss ich dem FA noch separat mitteilen, dass die Fünftelregelung überprüft werden soll ?

    3. Meine Frau ist selbständig und hat einen kleinen Jahresgewinn. Im Auszahlungsjahr der Abfindung habe ich für 3 Monate Arbeitslosengeld bezogen und 9 Monate Gehalt sowie die Abfindung. Ist es vorteilhafter, damit der Gewinn meiner Ehefrau nicht mitberücksichtigt wird, eine Einzelveranlagung für mich durchzuführen, damit es vorteilhafter auf die Erstattung auswirkt?

    Über eine baldige Antwort würde ich mich freuen, damit ich die Unterlagen schnellstens vom Tisch habe.

    Vielen Dank

    • 6. November 2015 at 11:25

      1. Die Abfindung wird in die Zeile 17 der Anlage N eingetragen, dazu dann auch in den Zeilen 18 und 19 die Steuern.
      2. Nein, die Prüfung erfolgt von Amtswegen.
      3. Lässt sich so nicht beurteilen. Kalkulieren Sie einfach mal, indem Sie einmal alle Angaben für die gemeinsame Veranlagung in den Abfindungsrechner eingeben und dann für jeden Ehepartner einzeln.

      Viel Erfolg

      Thomas Schulze

  18. Andrea Sieglitz
    10. Oktober 2015 at 08:59

    Ich bekomme einen Auflösungsvertrag mit Abfindung. Da ich vor der gesetzl. Kündigungsfrist gehen soll, gibt es die 4 Gehälter bis dahin als zusätzliche Abfindungssumme. Wenn ich mir diese Gehälter im alten Jahr (Kündigungsdatum 31.10.) und die Grundabfindung im neuen Jahr auszahlen lasse, habe ich dann einen Nachteil aus der Fünftelregelung? Es ist der Spitzensteuersatz anzusetzen.

    • 24. Oktober 2015 at 19:05

      Hallo, leider kann ich die Frage nicht ganz nachvollziehen: Wenn die Abfindung nur ein „Ausgleich“ für die fehlenden Gehaltszahlungen bis zum Ende der Kündigungsfrist sein soll, dann dient die Abfindungen der Abgeltung vertraglicher Ansprüche und ist wie Lohn steuer- und sozialversicherungsplichtig.

      Werden 4 Gehälter als zusätzliche Abfindungssumme gezahlt, dann werden diese wie Lohn steuer- und sozialversicherungspflichtig sein. Ob die darüber hinaus gezahlte Abfindung nach der Fünftelregelung begünstigt versteuert werden kann, richtet sich danach, ob eine „Zusammenballung der Einkünfte“ vorliegt.

  19. Chris
    10. September 2015 at 16:41

    Hallo,
    ich bekomme eine Abfindung in Höhe von 150.000 Euro und bin danach erst einmal arbeitslos. Da ich zum 30.11. die Firma verlasse, wäre es für mich sinnvoll 5000€ davon schon im Dezember zu bekommen und den Rest Ende Januar. Würde damit der Anspruch auf Fünftelung für die 145.000€ in 2016 verloren gehen?

    • 10. September 2015 at 20:44

      Hallo, grundsätzlich soll bei einer Zahlung der Abfindung in Raten immer die Steuerbegünstigung nach der Fünftelregelung entfallen. Allerdings besteht die Gefahr nicht, wenn nur eine minimale Teilleistung gezahlt wird – und das dürfte für Sie zutreffen – siehe auch: http://www.abfindunginfo.de/ermasigter-steuersatz-bei-abfindungen-in-zwei-raten

      In Ihrem Fall kann auch die Auszahlung der 145.000 nach der Fünftelregelung ermäßigt versteuert werden,

  20. Scott
    27. August 2015 at 10:11

    Hallo, in 2013 habe ich eine Abfindung bekommen, nach Telefonat mit dem Finanzamt, sagte der Beamte ich solle meine Einträge normal vornehmen, die fünftel Regelung würde dann vorgenommen. Jetzt sitze ich an der Steuererklärung, Elster 2014. Mu ich hier erneut Einträge vornehmen, ein Fünftel des Einkommens wieder alt Einnahmen schreiben? In 2013 hatte ich je schon den ges. Betrag angegeben.
    Herzlichen Dank
    Scott

    • 30. August 2015 at 17:07

      Wenn ich sie richtig verstehe: Nein! Bei Anwendung der Fünftelregelung wird zwar so gerechnet, als würde die Abfindung auf 5 Jahre verteilt. Die Gesamtsteuerlast, die sich dann für 5 Jahre ergibt, wird jedoch im Jahr der Abfindungsauszahlung einbehalten bzw. eingefordert. In den Folgejahren ist also nichts mehr zu berücksichtigen.

      Beste Grüße

      Thomas Schulze

  21. Albrecht
    6. März 2015 at 22:34

    Ich gehe über Alg1 (10/2014 bis vorauss. 09/2016) zum 1.11.16 in vorgezogene Altersrente. Dann kommt auch vom Versorgungswerk eine Rente, die ich mir als Kapitalabfindung auszahlen lassen werde. Weil die Beiträge (freiwillige Versich. aus Gehaltsumwandlung) steuerfrei waren, wäre die Einmalzahlung voll steuerpflichtig. Käme hier auch die Zusammenballung und die 1/5-Regelung zum Tragen?

    • 7. März 2015 at 06:53

      Die Rentenbesteuerung ist recht vielfältig und abhängig im wesentlichen davon, wann die Einzahlung begann, wann die Auszahlung beginnt, inwieweit die Einzahlungen versteuert wurden, wer wieviel eingezahlt hat (Arbeitgeber und/oder Arbeitnehmer). Darüber hinaus ist auch die dazu vorliegenden Rechtsprechung nicht einhellig. Deswegen möchte ich mich hier nicht festlegen. Ich empfehle, zunächst selbst zu vergleichen, inwieweit Dein Problem beispielsweise auf https://www.smartsteuer.de/portal/lexikon/R/Renten.html#D063066500009 erfasst und eindeutig beantwortet wird, und darüber hinaus einen auf Rentenrecht spezialisierten Steuerberater zu konsultieren. Vielleicht hilft dazu auch die Suche auf http://www.die-steuerfachberater.de

      Viel Erfolg

      Thomas Schulze

  22. Lothar Göbser
    25. Oktober 2014 at 17:40

    Sehr geehrter Herr Schulze,
    mein Arbeitsplatz wird an eine Fremdfirma vergeben,
    in Rente kann ich 32 Monaten gehen.
    Bis dahin will man mir für die 32 Mon. eine Afindung … zahlen.
    Habe die SK1, bin geschieden, zahle keine Kirchenst.
    Kann ihre Tabelle leider nicht öffnen, habe Office2003,
    wieviel Steuern werden abgezogen.
    Mfg L.Göbser

    • 27. Oktober 2014 at 07:12

      Sehr geehrter Herr Göbser,
      haben Sie inzwischen die passende Version des Abfindungsrechners für Ihr Office erhalten? Ansonsten fordern Sie einfach eine Beispielkalkulation an – siehe rechts unter „Hauptseiten“: „Optimierungsbeispiel“.

      Freundliche Grüße

      Thomas Schulze

  23. Ilse Bertram
    12. Oktober 2014 at 15:04

    Ich werde Ende des Jahres in Rente gehen. Mein Arbeitgeber zahlt mir ein Jahresgehalt als Abfindung, entweder noch in diesem Jahr oder im Januar nächsten Jahres – ich kann es mir aussuchen. Gleichzeitig bekomme ich im nächsten Jahr eine Renten-Einmalzahlung (ich habe einen ausländischen Arbeitgeber, der seinen Angestellten diese ganz aus Steuern finanzierte Rente zahlt), die mehr als das doppelte Jahresgehalt beträgt. Jetzt wird mir einerseits gesagt, ich solle mir wegen der Fünftelregelung beide Beträge im nächsten Jahr auszahlen lassen, weil dies steuerlich günstiger sei, und andererseits heißt es, eine Fünftelregelung kommt nur infrage, wenn man im Jahr der Abfindung zusammen mit ihr mehr verdient, als man bei Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses erhalten hätte. Das widerspricht sich doch. Können Sie mir sagen, welche Version korrekt ist?

    • 15. Oktober 2014 at 21:10

      Hallo Frau Bertram,

      für die begünstigte Besteuerung der Abfindung nach der Fünftelregelung sind zwei Bedingungen zu erfüllen, die zu einer „Zusammenballung der Einkünfte“ führen. Wenn Sie mit dem Abfindungsrechner kalkulieren (geben Sie einfach nacheinander beide Varianten ein), wird Ihnen automatisch angezeigt, ob die Bedingungen erfüllt sind.

      Im Zweifel können Sie gern ein Optimierungsbeispiel mit Ihren Zahlen kostenfrei anfordern – den Link dafür finden Sie in der rechten Spalte.

      Freundliche Grüße

      Thomas Schulze

  24. Josef Huemmer
    30. Juni 2014 at 07:02

    Wenn ich die 5tel Regelung anwende gilt dann ALG1 auch als Einkommen ??

  25. Werner Hanke
    19. Mai 2014 at 11:00

    Sehr geehrter Herr Schulze,

    wie,wo und wann beantrage ich den Kirchensteuer-Teilerlass auf meine Abfindung? Aus ihrem Video ist das nicht ersichtlich.

    Viele Grüße,
    Werner Hanke

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